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Themen

A

Abbindezeit

Die Abbindezeit ist die Zeit, die benötigt wird, bis eine Materialmischung aus mindestens zwei verschiedenen Stoffen abbindet, also bis sie quasi aushärtet. Entscheidend ist dabei, dass alle Bestandteile abbinden müssen. Abbindezeiten finden sich in der Zahnmedizin vor allem bei Abformwerkstoffen oder Gips. Die Abbindezeit sollte in jedem Fall eingehalten werden.

Abdruckmaterial

Abdruckmaterial – auch Abformungsmaterial genannt – bezeichnet eine Gruppe von Materialien, mit denen eine Abformung der Zähne bzw. des Kiefers in der Mundhöhle durchgeführt werden kann. Hierbei stehen für die verschiedenen Arbeitsprozesse jeweils spezielle Materialien zur Verfügung – etwa für die Erstellung eines Gipsmodells vom Kiefer ein anderes als für die Herstellung eines Provisoriums oder einer Aufbisschiene. Beispiele für solche Materialien sind Alginat, Silikone (A-und C-), Polyäther oder Zink-Eugenol-Pasten.

Abdruckdesinfektion

Die Abdruckdesinfektion ist eine Gebrauchslösung, die zur Desinfektion einer gefertigten Abformung verwendet wird. Dies ist notwendig, um die Person zu schützen, welche im weiteren Verlauf mit der Abformung arbeitet – etwa, indem sie diese mit Gips ausgießt. Angeboten werden im Handel Tauchdesinfektion, Sprühdesinfektion oder Wischdesinfektion. State of the Art stellt heutzutage die Tauchdesinfektion dar.

Abdrucklöffel

Ein Abdrucklöffel – auch Abformlöffel – bezeichnet das Instrument, mit dem eine Abformung des Oberkiefers oder Unterkiefers durchgeführt wird. Es handelt sich hierbei um eine U-förmige, konkav gewölbte Form mit Griff, in die das weiche Abformmaterial eingefüllt wird und dann an den Kiefer angedrückt wird. Dabei sorgt der Abdrucklöffel für die Stabilität des Abformmaterials. Es gibt vorkonfektionierte Abformlöffel für vollbezahnte, teilbezahnte und unbezahnte Kiefer. Zudem sind sie in unterschiedlichen Größen für jede Kiefernkammgröße erhältlich. Die jeweilige Größe ist auf dem Löffelgriff angegeben. Abdrucklöffel können aus Metall oder Kunststoff, glattwandigen oder perforiert sein.

 

Welches Material für den Abdrucklöffel?

Metalllöffel

können sterilisiert werden, sodass sie mehrfach verwendbar sind. 


Kunststofflöffel

sollen in der Regel nur einmal verwendet werden. Ein Nachteil kann sein, dass sie häufig nicht starr beziehungsweise verwindungssteif genug sind.

Abrasion

Abrasion bezeichnet den Verlust von Zahnhartsubstanz durch mechanischen Abrieb. Dieser wird verursacht durch in die Mundhöhle eingebrachte Substanzen und/oder die mechanische Bearbeitung eines Zahns, etwa durch zu festes Putzen mit der Zahnbürste oder durch Verwendung einer Zahncreme mit zu vielen Schleifpartikeln. Abrasion kann aber auch durch bestimmten Feinstaub entstehen, denen manche Menschen beruflsbedingt ausgesetzt sind. Abrasion wird begünstig, wenn die Zahnoberfläche ducrh erosive Prozesse bereits vorgeschädigt ist. Klassische Bereiche, in denen es zu Abrasion kommt, sind Zahnhälse (keilförmiger Defekt), Eckzähne und Prämolaren.

Abreicherung

Die Abreicherung bezeichnet die Verringerung eines Anteils in einem Stoffgemisch. Der Gegensatz ist die sogenannte Anreicherung

Abutment

Als Abutment wird das Verbindungsteil zwischen dem im Kieferknochen verankertem Implantat und dem sichtbaren Teil der prothetischen Versorgung (Implantatkrone) bezeichnet.

Aktivator

Beim Aktivator handelt es sich um ein kieferorthopädisches Gerät, mit dem Zahnumstellungen erzielt werden können. Der Aktivator wird in der Frühbehandlung im Milchzahngebiss sowie im Wechselgebiss eingesetzt, wenn die bleibenden Zähne hervortreten. Er wirkt auf beide Kiefer gleichzeitig ein und korrigiert ihre Lage zueinander. Mit dem Aktivator kann unter anderem ein offener Biss oder ein Tiefbiss behandelt werden. Darüber hinaus können Störungen wie Lippenbeißen, Zungenpressen oder ein anormales Schlucken beseitigt werden.

Ätzmittel

Hiermit wird eine ätzende Substanz bezeichnet (meist 30-50%-ige Phosphorsäure), die zur Vorbereitung des Zahns auf Kompositfüllungen benötigt wird. Hierbei wird in einem Arbeitsschritt die Zahnhartsubstanz für eine vorgegebene Zeit mit dem Ätzmittel in Kontakt gebracht, um die Oberfläche anzurauen. So kann die anschließend aufgetragene Kompositfüllung daran haften. Dabei unterscheiden sich die „Ätzzeiten“ von Schmelz (länger) und Dentin (kürzer).

Alginat

Alginat gehört zu den verschiedenen Abformmaterialien in der Zahnmedizin und ermöglicht sehr genaue Abformungen mit großer Detailtreue. Es wird aus Meeresalgen gewonnen und ist physiologisch unbedenklich. In der Zahnarztpraxis wird es in Pulverform verwendet. Daraus lässt sich mit Wasser eine kittähnliche Abformmasse rühren. Vor allem wird Alginat genutzt, um Situationsmodelle (z. B. für Schienen), Planungsmodelle (z. B. für Zahnersatz) oder Abformungen mit herausnehmbarem Zahnersatz für eine Reparatur anzufertigen.

Alveolarknochen

Als Alveolarknochen bezeichnet man den Bereich des Kieferknochens, der den Zahn umgibt und stabilisiert. Im Prinzip „steckt“ der Zahn im Alveolarknochen. Zusammen mit dem Zahnfleisch, der Zahnwurzelhaut und dem Wurzelzement bildet der Alveolarknochen den Zahnhalteapparat. Der Alveolarknochen selbst ist eine glatte, dünne Knochenwand, die die Zahnfächer (Alveolen) beinhaltet. Die sogenannten „Sharpey'schen Fasern“ verbinden den Alveloarknochen mit dem Wurzelzement des einzelnen Zahns. Sie wandeln Druckkräfte, wie sie vor allem beim Kauen entstehen, in Zugkräfte um. Zugkräfte regen den Knochen zum Aufbau an und stabilisieren ihn. Eine Druckbelastung führt hingegen zum Knochenabbau. Wird der Alveolarknochen bei Zahnverlust nicht mehr durch die Zugkräfte beim Kauen belastet, kommt es als Folge zum Knochenabbau (Atrophie).


Alveolarknochen im Ober- und Unterkiefer

Darüber hinaus unterscheidet sich der Alveolarknochen im Ober- und Unterkiefer durch seine Dichte beziehungsweise die sogenannte Spongiosa. Dabei handelt es sich um das schwammartige Innengewebe des Knochens. Im Unterkiefer ist die Spongiosa deutlich dichter als im Oberkiefer. Dies führt dazu, dass eine Infiltrationsanästhesie im Unterkiefer weniger effektiv ist. Grundsätzlich sollte daher eine Leitungsanästhesie gesetzt werden. Im Oberkiefer hingegen ist die Spongiosa deutlich lockerer und somit durchlässiger, sodass hier eine Infiltrationsanästhesie sehr gut eingesetzt werden kann.

Amalgam

Amalgam ist eine Legierung aus Kupfer, Zinn, Silber und Quecksilber. In der Zahnmedizin wird es als Füllungsmaterial bei kariösen Zähnen verwendet. 
 

Vorteile von Amalgam

Amalgam ist weich und lässt sich daher gut formen. Somit ist es eigentlich sehr gut als Füllungsmaterial geeignet. Hohem Kaudruck, wie er vor allem im Seitenzahnbereich auftritt, hält es ebenfalls gut stand. Überdies ist Amalgam kostengünstig


Nachteile von Amalgam

Amalgam enthält das Schwermetall Quecksilber, welches Unverträglichkeitsreaktionen auslösen kann. Wird die Amalgamfüllung nicht präzise in die Kavität eingearbeitet, kann ein technischer Nachteil zum Tragen kommen: Ragt die Füllung über die Zahnränder, wird der korrekte Kieferschluss (Okklusion) behindert. Dies kann Funktionsstörungen im Kausystem (Craniomandibuläre Dysfunktion, CMD) auslösen. Wissenschaftliche Studien liefern bisher keinen Beweis für die Gesundheitsschädlichkeit von Amalgam. Trotzdem empfiehlt die EU in Bezug auf Quecksilber die Verwendung von Amalgam bis zum Jahr 2030 komplett einzustellen. Kinder (bis 16 Jahre), schwangere und stillende Frauen sollen auch vorher nur noch in Ausnahmefällen mit Amalgam versorgt werden. 
 

Mögliches Belastungsrisiko

Bis jetzt ist allerdings bekannt, dass das in Amalgam enthaltene Quecksilber ein Belastungsrisiko für Patienten darstellen kann, wenn es in gelöster und freier Form vorliegt. Dies ist der Fall beim Einlegen der Füllung oder bei der Entfernung einer alten Amalgamfüllung durch Herausschleifen. 

Amalgamabscheider

Bei einem Amalgamabscheider handelt es sich um ein spezielles Filtersystem an der Abwasser abführenden Stelle im Behandlungszimmer. Es sorgt dafür, dass keine Amalgampartikel ins kommunale Abwasser gelangen und es verunreinigen. Solche Amalgampartikel entstehen zum Beispiel bei der Entfernung und Politur von Füllungen. Da sie Quecksilber enthalten, sind sie giftig und dürfen nicht ins Wasser gelangen. Ein Amalgamabscheider ist deshalb in der zahnärztlichen Praxis bei allen Behandlungseinheiten, an denen Füllungen gelegt werden können, gesetzlich vorgeschrieben. 

Anschlussarten

An der Behandlungeinheit kommen unterschiedliche Instrumente und Gerätschaften zum Einsatz zum Beispiel Winkelstücke, Handstücke oder Airscaler. Je nach Instrument gibt es verschiedene Möglichkeiten diese an den Behandlungsstuhl zu montieren, das nennt man Anschlussart.
 

Warum gibt es verschiedene Anschlussarten für verschiedene Geräte?

Zum einen gibt es verschiedene Anschlussarten für die aufzusteckenden Instrumente, weil diese je nach Verwendung unterschiedliche Antriebsarten haben. Zum anderen schließen die verschiedenen Anschlussarten aus, dass Geräte verwechselt werden. Denn die Anschlussart sorgt dafür, dass ein bestimmtes Instrument auch nur an einem bestimmten Platz angeschlossen werden kann. 

Antisepsis

Mit Antisepsis bezeichnet man alle Maßnahmen, die die Anzahl infektiöser, also krankheitserregender Keime, an lebenden Geweben verringern. Also da wo eine Infektion möglichst vermieden werden soll, aber eben keine Sterilisation möglich ist. In der Zahnarztpraxis müssen insbesondere Behandlungszimmer, Instrumentarien und Absauganlagen nach der Behandlung eines jeden Patienten so gereinigt werden, dass eine Infektion für den nächsten Patienten ausgeschlossen ist.

Artikulationspapier

In der zahnärztlichen Therapie wird Artikulationspapier verwendet, um Okklusionskontakte (Okklusion = Kontakt der Oberkieferzähne mit ihren Antagonisten im Unterkiefer) farblich darzustellen. Es wird daher auch Okklusionspapier/-folie genannt. Nach einer Füllungstherapie dient das Okklusionspapier dazu, Kontakte beziehungsweise nicht gewollte Frühkontakte anzuzeigen. So kann der Behandler die Füllung im Anschluss korrekt einschleifen. Generell ist Artikulationspapier das Hilfsmittel der Wahl, um Stör- oder Frühkontakte beim Kieferschluss visuell abzubilden. Erhältlich sind die Folien in unterschiedlichen Farben und Stärken, bei den Stärken erfolgt die Angabe in Mikrometern. Mittlerweile sind auch schon Okklusionsfolien auf dem Markt, in die Drucksensoren eingearbeitet sind. Damit wird getestet, ob es möglich ist, in Zukunft Zahnkontakte elektronisch zu erfassen und in der Folge digital abzubilden

Apathogen

Apathogen bedeutet: nicht krankheitserregend.

Apexlokator

Der Apexlokator ist ein elektrisches Messgerät, das dazu dient den Zahnwurzelapex zu ermitteln. Der Zahnwurzelapex ist die Öffnung am unteren Ende einer Zahnwurzel, durch welche das Bündel aus Nerven und Blutgefässen, das den Zahn versorgt, in den Zahn gelangt. Nach dem Eintritt ins Zahninnere spricht man von der Pulpa. Der Apexlokator kommt bei der endondontischen Behandlung als gängiges Hilfsmittel zum Einsatz, um ein „Durchstoßen der Nadel“ zu verhindern. 
 

Wie funktioniert ein Apexlokator?

Das Funktionsprinzip des Apexlokators beruht darauf, dass das Gewebe, welches den Zahn umgibt, Elektrizität besser leitet als der Zahn selbst. Erreicht also der Apexlokator den Apex signalisiert er dies dem Behandler sowohl akustisch als auch optisch auf dem integrierten Display. In den Apexlokator ist meist ein maschinell rotierendes Instrument integriert, mit dem der Wurzelkanal im Anschluss an die Längenmessung aufbereitet werden kann. Bei der endontologischen Behandlung ist der Apexlokator eine wichtige Hilfe für den Behandler, weil er es einfacher macht, sich in einem nicht einzusehenden Arbeitsbereich (Wurzelkanal) zurechtzufinden. 

Approximal

Bei dem Begriff „approximal“ handelt es sich um eine Lagebezeichung an den Zähnen. Gemeint sind die jeweiligen Kontakte zum vorderen oder hinteren Nachbarzahn beziehungsweise der Bereich zwischen zwei nebeneinander liegenden Zähnen. Diese Lagebezeichnungen erleichtern im Praxisalltag die Kommunikation zwischen Zahnarzt und Helferin/ZFA/ZMF. Denn dadurch weiß jeder sofort, von welchem Bereich im Mund des Patienten gerade die Rede ist.

Arterienklemme

Als Arterienklemme oder auch Gefäßklemme bezeichnet man ein medizinisches Instrument, das etwa bei Operationen verwendet wird. Es dient zum kurzfristigen Fassen und Halten durchtrennter Blutgefäße zur direkten Blutstillung oder für eine beabsichtigte Ligatur (Verschließen eines Hohlorgans bspw. Blutgefäßes). In der Zahnmedizin kommen Arterienklemmen vor allem bei chirurgischen Eingriffen zum Einsatz.

Artikulator

Ein Artikulator ist ein mechanisches Gerät zur extraoralen (außerhalb des Mundes) Darstellung eines Patientengebisses anhand montierter Kiefermodelle aus Gips. Es ermöglicht, sowohl die Lagebeziehung des Oberkiefers zum Unterkiefer als auch die Unterkieferbewegung zu simulieren. Die Modelle werden anhand einer Abformung aus Gips gefertigt und dann im Artikulator positioniert. Er ist vor allem für Zahntechnikerinnen und Zahntechniker das wichtigste Gerät bei der Herstellung von Zahnersatz, Aufbissschienen oder Ähnlichem. 
 

Arcon-Artikulatoren und Non-Arcon-Artikulatoren – welche Arten von Artikulatoren gibt es?

Artikulatoren unterteilt man in drei Arten, abhängig davon, wie die Gelenksimulation erfolgt:


Arcon-Artikulatoren

Sie entsprechen in ihrem Aufbau dem menschlichen Kiefergelenk; das heißt die Gelenkgrube ist oben und der Kopf des Unterkieferknochens/-gelenks unten.
 

Non-Arcon-Artikulatoren

Hier ist die Gelenkgrube entgegen dem natürlichen Vorbild unten und der Gelenkkopf oben angeordnet. 
 

Unterschiede bei der Justierbarkeit von Artikulatoren

Weitere Unterschiede bei Artikulatoren gibt es in Sachen Justierbarkeit, also wie sie eingestellt werden können.
Nichteinstellbare Artikulatoren: Sie werden auch Mittelwertartikulatoren genannt, weil sie in verschiedenen Winkeln oder Höhen auf einen Mittelwert eingestellt sind. Darüber hinaus können sie nicht verändert werden.

Teiljustierbare Artikulatoren: Diese können in einigen Bereichen individuell eingestellt werden, in anderen Bereichen sind hingegen Mittelwerte starr voreingestellt. Dazu gehören auch sogenannte Condylatoren, eine Mischform aus aus Arcon- und Non-Arcon-Artikulatoren.

Volljustierbare Artikulatoren: Wie der Name schon sagt, können sie in sämtlichen Bereichen individuell eingestellt werden. Eine zahntechnische Arbeit kann so exakt auf die individuelle Situation beim Patienten angepasst werden. 

Asepsis

Asepsis in der Zahnmedizin bedeutet „Keimfreiheit“. Sie bezeichnet alle Maßnahmen, die Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Pilzen beseitigen. Damit soll verhindert werden, dass es etwa bei chirurgischen Eingriffen wie dem Ziehen von Zähnen zu einer Infektion mit Mikroorganismen kommt. Dazu zählen zum Beispiel das Tragen eines Mundschutzes, die Desinfektion des Behandlungszimmers oder die Sterilisation der Instrumente im Autoklav. Wichtig: Weil Körperoberflächen nicht steriliisert werden können, kann auf Haut oder Schleimhaut keine völlige Asepsis erreicht werden.

Autoklav

Im Autoklav, auch (Dampf-)Sterilisator genannt, werden nach der Behandlung die benutzten Instrumente oder das verwendete Operationsbesteck hygienisch aufbereitet. Das heißt, es werden alle pathogenen Mikroorganismen, die sich möglicherweise darauf befinden, abgetötet. Dafür wird das sogenannte Sterilgut mit Wasserdampf unter erhöhtem Druck innerhalb des luftdicht abgeschlossenen Autoklavs stark erhitzt. Je nach Verschmutzungsgrad können die Einstellungen für Temperatur, Druck und Dauer der Aufbereitung geändert werden.
Den Prozess der Wiederaufbereitung des Sterilguts im Autoklav nennt man auch Autoklavieren. 

B

Bakterizid

Als Bakterizide bezeichnet man Substanzen, die in der Lage sind, Bakterien abzutöten beziehungsweise sie so zu schädigen, dass sie abgetötet werden. Dabei wird die bakterielle Zellmembran, die Schutzhülle des Bakteriums, zerstört, um schließlich den Zelltod herbeizuführen. Antibiotika oder Desinfektionsmittel sind also bakterizid. Bakterizid ist nicht zu verwechseln mit „bakteriostatisch“. Dies bedeutet, dass das Wachstum von Bakterien gehemmt wird.

Befestigungsmaterial

Befestigungsmaterialien dienen dazu, Restaurationen beziehungsweise Provisorien dauerhaft beziehungsweise temporär an der Zahnsubstanz zu befestigen. Zu den hauptsächlich in der Zahnmedizin verwendeten Befestigungsmaterialien gehören: Zemente und Adhäsivsysteme. Egal, welches Befestigungsmaterial verwendet wird: Ziel ist es, einen Haftverbund, die sogenannte Retention, zwischen Zahnersatz und Zahnhartsubstanz herzustellen. Damit möglichst wenig Zahnhartsubstanz abgetragen werden muss, sollte ein gutes Befestigungsmaterial auch bei geringer Schichtdecke einen möglichst starken Haftverbund erzielen. 

Biofilm

Als Biofilm (auch Plaque) bezeichnet man eine dünne Schicht aus Bakterien, Pilzen und Nahrungsbestandteilen, die auf der Zahnoberfläche haftet. Wird der Biofilm nicht regelmäßig mechanisch etwa durch Zähneputzen entfernt, begünstigt dies die Entstehung von Karies. 

Biokompatibilität

Biokompatibel bezeichnet in der Zahnmedizin Materialien, die keinen schädlichen Einfluss auf den Stoffwechsel eines Organismus haben. Ihr Einsatz ist daher gesundheitlich unbedenklich. Biokompatibilität steht demnach für Gewebeverträglichkeit.

Bissregistrat

Ein Bissregistrat dient dazu, die Kieferstellung und Kieferkontakte aufzuzeichnen, um diese im Anschluss vermessen zu können und die angefertigten Gipsmodelle des Patienten im Artikulator zu fixieren. Es zeigt die Relation vom ganzen Kiefer über die Zahnreihen bis hin zu den einzelnen Zähnen an. Gefertigt werden kann es unter anderem aus Wachs, Kunststoff oder Silikon.
 

Wozu dient ein Bissregistrat?

Weil das Bissregistrat die Okklusion (Okklusion = Kontakt der Oberkieferzähne mit ihren Antagonisten im Unterkiefer) des Patienten abbildet, ist es unabdingbar, um Gipsmodelle richtig in den Artikulator einzusetzen. Dieses sogenannte Einartikulieren ist wichtig, um anhand dessen Zahnersatz oder Schienen passgenau fertigen zu können. Nur ein korrekter Kieferschluss ermöglicht schmerzfreies Kauen und anatomisch richtiges Beißen. Sind alle Zähne im Ober- und Unterkiefer vorhanden, nennt man das maximalen Okklusionskontakt. Ein Bissregistrat gibt genauen Aufschluss über die Position der Antagonisten bzw. der Oberkieferzähne und Unterkieferzähne im Gebiss. Mit seiner Hilfe kann man deshalb überprüfen, ob mit einer prothetischen Versorgung auch der anatomisch korrekte Biss gewährleistet ist. 

 

Blendschutz

Ein Blendschutz ist ein wichtiger Bestandteil einer Aushärtelampe. Mit dem Licht solcher Lampen (auch Polymerisationslampen genannt) härtet der Behandler Kompositfüllungen im Mund des Patienten aus. Gängige Lichthärtelampen arbeiten mit einer Wellenlänge von 360 – 580 nm. Das blaue Polymerisationslicht kann die Augen schädigen. Damit Behandler und Assistenz beim Legen einer Füllung davor geschützt sind, besitzt eine Aushärtelampe einen Blendschutz. Dieser ist orange gefärbt, um das blaue Licht herauszufiltern. 

Bohrerbad

Das Bohrerbad ist der erste Schritt der Desinfektionskette für Bohrer oder Schleifer nach der zahnärztlichen Behandlung. Indem sie sofort nach dem Einsatz in das Bohrerbad gelegt werden, ist sichergestellt, dass niemand ohne Schutz mit den verunreinigten Instrumenten in Kontakt kommt. Nachdem Bohrer oder Schleifer im bakteriziden Bohrerbad vorgereinigt wurden, folgt der nächste Schritt der Desinfektionskette: die Wiederaufbereitung im Autoklav. 

Bone-Management

Das sogenannte Bone-Managment spielt in der Zahnmedizin vor allem in der Implantologie eine große Rolle. Der Begriff wird auf alle Schritte bei einem operativen Eingriff angewendet, die mit der Knochensubstanz im Ober- und Unterkiefer zu tun haben: die Planung, die Bewertung und die Handhabung.
 

Bone-Management – Planung des Eingriffs 

Vor einer Implantat-OP im Ober- und/oder Unterkiefer untersucht der Behandler die vorhandene Knochensubstanz. Denn für das Setzen eines Implantats muss der Knochen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Als bildgebende Mittel kommen hier entweder ein Röntgenbild oder im Idealfall die digitale Volumentomographie (DVT) zum Einsatz. 
 

Bone-Management – Auswertung der Befunde zur Knochensubstanz

Die Aufnahmen des Röntgengeräts oder des DVT geben zum einen Aufschluss darüber, ob sowohl in horizontaler als auch vertikaler Richtung genügend Knochensubstanz vorhanden ist. Zum anderen zeigen sie die räumliche Struktur des Knochens im Bereich des geplanten Eingriffs. 
 

Bone-Management – Handhabung der Knochensubstanz 

Zum Bone-Management gehört ebenfalls, wenn der Knochen im Rahmen des operativen Eingriffs abgetragen, gespreizt oder aufgebaut wird. 

Bukkal

Bukkal ist eine der zahlreichen Lage- und Richtungsbezeichnungen in der Mundhöhle. Der Begriff bezeichnet die Richtung zur Wange, also zur Außenseite der Zähne hin. Diese Richtungsbezeichnungen erleichtern im Praxisalltag die Kommunikation zwischen Zahnarzt und Helferin/ZFA/ZMF. Denn dadurch weiß jeder sofort, von welchem Bereich im Mund des Patienten gerade die Rede ist.

C

Calciumhydroxid

Bei Calciumhydroxid handelt es sich um schwer wasserlösliches weißes Pulver, das stark basisch reagiert. In der Zahnmedizin kommt es vorwiegend in der Parodontologie zum Einsatz, weil es den Heilungsprozess bei Parodontitis fördern kann. Dafür wird es in Form einer Suspension verwendet.
Als Calciumhydroxidpaste kann es auch zur temporären Füllung von Wurzelkanälen oder zur dienen.

CEREC

Als CEREC-Verfahren bezeichnet man eine CAD/CAM-Methode, mit der Zahnersatz, zum Beispiel Keramik-Inlays, Veneers und Kronen innerhalb einer Sitzung hergestellt werden kann. CEREC ist die Kurzfrom von Chairside Economical Restoration of Esthetic Ceramics oder CEramic REConstruction. Die Abkürzungen CAD und CAM stehen dabei für Computer Aided Design und Computer Aided Manufacturing, also computergestütztes Entwerfen und Fertigen. Im ersten Schritt erfolgt das genaue Vermessen des Zahns mittels eines Intraoralscanners. Mit den so ermittelten Daten entwirft der Behandler anschließend am Computer den Zahnersatz. Auf Basis 10 Glossar Begriffe Alveolarknochen bis Fluoridierung Ausnahmen (Autoklav - Biokompatibilität, Desensitizer) dieses computergenerierten Entwurfs fertig eine Schleifmaschine dann aus einem Keramikblock in kurzer Zeit den fertigen Zahnersatz. Dieser kann noch in derselben Sitzung beim Patienten eingesetzt werden. 

Cervical

Cervical (auch zervical) bezeichnet den Zahnhalsbereich und bedeutet entsprechend, den Zahnhals betreffend oder am Zahnhals liegend.

Chairside-Behandlung

Als Chairside-Behandlung wird das Entwerfen, Fertigen und Einsetzen von Zahnersatz direkt in der Praxis bezeichnet – chairside = am Zahnarztstuhl. Hierbei kommt das CEREC-Verfahren zum Einsatz. Vorteil der Chairside-Behandlung ist, dass der Patient seinen Zahnersatz idealerweise in nur einer Sitzung erhält, weil die Restauration direkt in der Praxis hergestellt und nicht in einem externen zahntechnischem Labor gefertigt wird. Da das Fräsen dennoch seine Zeit braucht, findet die Chairside-Behandlung allerdings meist in zwei Sitzungen statt. In der Regel erfolgt mit diesem Verfahren nur die Versorgung einzelner Zähne oder kleiner Brücken. 

CHX

CHX ist die Abkürzung für Chlorhexidinsäure. CHX wirkt antiseptisch, das heißt es tötet Bakterien sowie einige Pilze und Viren ab. Deshalb wird es in der Zahnmedizin nach chirurgischen Eingriffen wie der Entfernung der Weisheitszähne oder bei schweren Zahnfleischentzündungen eingesetzt. Auch zum Spülen von Wurzelkanälen bei endodontischen Behandlungen kommt es zum Einsatz. CHX verhindet überdies die Bildung von Zahnbelag (Plaque) auf chemische Weise. In niedrigen Konzentrationen ist es deshalb in vielen Mundspüllösungen enthalten. Nebenwirkungen von CHX sind bei zu langer Anwendungsdauer von hochkonzentrierten Produkten unter anderem Geschmacksstörungen sowie Verfärbungen von Zunge und Zähnen. In dieser Form sollte es nur zeitlich begrenzt verwendet werden. In gängigen Mundspüllösungen ist CHX nur in geringer Konzentration enthalten, sodass diese Nebenwirkungen eher selten auftreten

Compomer

Ein Compomer (auch Kompomer) ist ein zahnfarbenes Füllungsmaterial, das vor allem bei Milchzahn- oder Zahnhalsfüllungen zum Einsatz kommt. Compomere bestehen aus Glasionomerzement und Composit. 


Eigenschaften von Compomeren

Compomere sollen die guten Eigenschaften der Composite mit denen von Glasionomerzementen verbinden. Das beinhaltet allerdings auch die Nachteile beider Werkstoffe. 


Vorteile von Compomeren

Composite zeichnen sich durch eine zahnähnliche Ästhetik und gute Polierbarkeit aus, Glasionomerzement durch seine gute Haftung. Compomere enthalten wie Composite Farbpigmente und Füllkörper sowie Fotoinitiatoren, Monomere und Stabilisatoren. Dadurch weisen sie eine ähnliche Biegefestigkeit wie Zahnhartgewebe im Zahnwurzelbereich auf. Zudem sind Compomere stabiler als reine Glasionomerzemente. Weil Compomere besondere Haftungseigenschaften haben, werden sie nicht nur für Zahnhalsfüllungen, sondern auch für Aufbaufüllungen verwendet. Aufbaufüllungen dienen bei tiefen kariösen Läsionen dazu, den Zahn vor der Versorgung mit einer Krone zu stabiliseren.
 

Nachteile von Compomeren

Gegenüber Composites weisen Compomere einen höheren Verschleiß auf. Das erhöht das Risiko, dass möglicherweise allergieauslösende Bestandteile abgegeben werden. Zudem besteht bei Compomeren die Gefahr einer Randspaltbildung durch Materialschrumpfung, wenn der Behandler sie nicht in Adhäsivtechnik einsetzt. Das begünstigt das Enstehen von Sekundärkaries. Aufgrund ihrer Zusammensetzung härten Compomere erst nach Lichtzufuhr aus. 
 

Composite

Composite (auch Komposite) sind Füllungsmaterialien aus organischem Kunststoff auf Acrylbasis, der mit anorganischen Füllstoffen wie Keramik oder Glas angreichert sind. (Anorganisch bezeichnet Stoffe, die so in der Natur nicht vorkommen oder von ihr abstammen.) Composites zählen zu den am häufigsten verwendeten Füllungsmaterialien und werden sowohl im Front- als auch im Seitenzahnbereich verwendet. 


Einbringen von Compositen

Composite-Füllungen befestigt der Behandler adhäsiv, das heißt, sie werden Schicht für Schicht in die Kavität geklebt. Dafür muss der betroffenene Zahn erst „konditioniert“ werden. Dafür wird nach dem vollständigen Entfernen des kariösen Materials die Zahnhartsubstanz mit einem Ätzmittel angeraut. Im Folgenden schaffen dann ein sogenannter Primer und ein Bonder die chemische Verbindung mit dem Composite. Composite wird schichtweise in das präparierte Zahnloch eingebracht und dabei von Hand modelliert. Zum Aushärten ist eine Polymerisationslampe erforderlich. Ihr blaues Licht aktiviert die im Composite enthaltenen Fotoinitiatoren, die für die Aushärtung verantwortlich sind. Zum Schluss arbeitet der Behandler die Composite-Füllung aus und poliert sie.


Vor- und Nachteile von Composites

Gilt es kleinere Korrekturen, zum Beispiel das Schließen von Zahnlücken, durchzuführen, ist der Einsatz von Compositen eine preiswerte Alternative zu Veneers aus Keramik. Ein Nachteil von Compositen ist die Materialschrumpfung beim Aushärten. Selbst bei modernsten Compositen lässt sich beim Abbinden eine Schrumpfung von 2 bis 4 % beobachten. Allerdings kann der Behandler beim Legen der Füllung insbesondere durch das schichtweise Kleben der Schrumpfung entgegensteuern, damit zwischen Zahnsubstanz und dem Füllungsmaterial kein Spalt entsteht. 
 

Drei Arten von Compositen

Nach der Größe der Füllkörper werden Composite in drei Gruppen eingeteilt:
  • Konventionelle Composite enthalten nur große Füllkörper, sogenannte Makrofüller aus Quarz, Glas oder Keramik.
  • Mikrofüller-Composite enthalten feinste Füllkörper, sogenannte Mikrofüller aus Siliziumdioxid (SiO2).
  • Hybrid-Composite enthalten sowohl Mikro- als auch Makrofüller.

Alle drei Composite-Arten sind in sämtlichen Zahnfarben erhältlich. Ist eine Composite-Füllung gut gelegt, unterscheidet sie sich optisch kaum vom natürlichen Zahn. So sind Composite eine sehr gute Möglichkeit, Patienten auch ästhetisch hochwertig zu versorgen.

Coronal

Coronal ist eine der zahlreichen Lage- und Richtungsbezeichnungen in der Mundhöhle. Der Begriff Coronal bezeichnet an der Zahnkrone beziehungsweise zur Krone hin. Diese Richtungsbezeichnungen erleichtern im Praxisalltag die Kommunikation zwischen Zahnarzt und Helferin/ZFA/ZMF. Denn dadurch weiß jeder sofort, von welchem Bereich im Mund des Patienten gerade die Rede ist.

D

Dampfsterilisation

Bei der Dampfsterilisation handelt es sich um ein Entkeimungsverfahren bei dem Wasserdampf unter erhöhtem Druck innerhalb eines luftdichten Raums zum Einsatz kommt. 


Dampfsterilisation im Autoklav

Mit der Dampfsterilisation werden Oberflächen nahezu keimfrei, sodass sie sich im medizinischen Bereich anbietet, um Instrumente zu säubern. Zur Anwendung kommt sie in der Zahnarztpraxis vor allem im Autoklav, der in der Regel über folgende Programme verfügt: Das Sterilisiergut wird bei einer Temperatur von 121 °C unter einem Druck von 2,1 bar (Absolutdruck) für 15 Minuten erhitzt oder bei einer Temperatur von 134 °C bei einem Druck von 3,04 bar (Absolutdruck) für 3 Minuten. Verantwortlich für die keimtötende Wirkung der Dampfsterilisation ist die feuchte Hitze: Sie sorgt dafür, dass die Eiweiße in den Zellen von Mikroorganismen gerinnen und sie so zerstört werden.


So funktioniert ein Dampfsterilisator

Ein Dampfsterilisators funktioniert ähnlich wie ein Druckkochtopf: Wasser wird in einem geschlossenen Raum zum Sieden gebracht, bis der Dampf den Raum völlig ausfüllt. Unter normalen Atmosphärendruck (1 bar) etwa in einem Kochtopf wird Wasserdampf nie heißer als 100 °C, denn vorher entweicht er. Da der Dampf im geschlossenen Druckkochtopf jedoch keine Ausweichmöglichkeit hat, erreicht er eine höhere Temperatur. Außerdem steigt gleichzeitig der Druck im Kessel. Es entsteht sogenannter „gespannter Dampf“. So bezeichnet man Dampf bei Druck, der über dem atmosphärischen Luftdruck liegt. Dieser gespannte Wasserdampf besitzt einen hohen Wärmeinhalt. Wenn er auf dem kühleren Sterilgut kondensiert, zerstört er dabei die darauf vorhanden Mikroorganismen.

Damit der Dampf sich überall im Sterilisator und im Sterilisiergut ausbreiten kann, muss die Luft zuerst entfernt werden. Denn Dampf kann nur dort sein, wo keine Luft ist und umgekehrt.


Wie kommt der hohe Druck im Sterilisator zustande?

Eine Vakuumpumpe im Sterilisitor saugt die Luft ab. Als Folge herrscht im Sterilisator ein geringerer Druck als der normale Luftdruck, also ein Unterdruck (Vakuum). Damit in der Kammer und gegebenenfalls auch im Sterilgut möglichst keine Luft mehr vorhanden ist, führen moderne Dampfsterilisatioren eine solche Luftabsaugung mehrmals durch. So wird erreicht, dass der gespannte Dampf die komplette Kammer ausfüllen und seine keimtötende Wirkung entfalten kann. 

Desensitizer

Bei einem Desensitizer handelt es sich um Haftlack, der bei einer Dentinüberempfindlichkeit oder postoperativen Sensibilitäten zum Einsatz kommt, damit die Zähne des Patienten nicht bei bestimmten Reizen wie etwa heiß oder kalt schmerzen. Solche Schmerzen können auftreten bei Zahnhalserosionen, freiliegenden Zahnhälsen oder überempfindlichen Zähnen durch Zahnfleischschwund. Desensitzer werden auch verwendet, um beschliffene Dentinflächen vorzubehandeln und zu desensibilisieren. Außerdem verhindert ein solcher Haftlack, indem er die Zahnflächen hermetisch versiegelt und eine mikrobielle Barriere bildet, dass Bakterien eindringen können. Überdies sorgt ein Desensitizer für ein Re-wetting, also dafür, dass sich kollabierte Kollagenfasern wieder aufrichten. Dadurch wird die Haftfestigkeit vieler Adhäsive verbessert. 

Desinfektionsplan

Der Reinigungs- und Desinfektionsplan ist ein Bestandteil des Hygieneplans. Gemäß § 36 Infektionsschutzgesetz sind Zahnärztinnen und Zahnärzte mit eigener Praxis verpflichtet, einen Reinigungs- und Desinfektionsplan zu erstellen und alle Mitarbeiter darüber zu informieren. Dieser Plan ist so aufzubewahren, dass er für alle Mitarbeiter zugänglich ist. Dazu werden die Pläne in der Regel in den betroffenen Bereichen der Praxis – Steriraum, Behandlungszimmer, gegebenenfalls Küche, Pausenraum – ausgehängt. Des Weiteren zählen folgende Listen und Prozessbeschreibungen zu einem gut dokumentierten Hygieneplan: Gefahrstoffzeichen, Checklisten, Herstellerangaben, Stellenbeschreibung, Arbeitsanweisungen zur Aufbereitung, Sicherheitsdatenblätter und Betriebsanweisungen. Wichtig ist zudem die richtige Auswahl an Reinigungsmitteln bzw. Präparaten, um die im Plan aufgeführten Bereiche korrekt reinigen zu können. Diese Mittel findet man auf der sogenannten VAH-Liste des Verbunds für angewandte Hygiene e.V.


Die W-Fragen bei der Desinfektion

Der Desinfektionsplan sollte grundsätzlich aktuell an die jeweiligen Infektionssituationen und - risiken angepasst werden. Für den richtigen Umgang mit dem Thema Desinfektion helfen die sogenannten W-Fragen bei der Orientierung: Was? Wie? Womit? Wann? Wer? Damit ist immer allen Mitarbeitern klar, was wie und mit welchem Mittel wann und von wem zu reinigen bzw. zu desinfizieren ist.

DGHM

DGHM ist die offizielle Abkürzung für die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie. Dies ist eine wissenschaftliche Fachgesellschaft mit Sitz in Münster. Die DGHM setzt sich für die Förderung der medizinischen Forschung auf den Gebieten der Infektiologie und Mikrobiologie ein. Einer der Mitbegründer der DGHM war neben anderen auch Robert Koch (1843-1910). Dieser wiederum war Mitbegründer der Mikrobiologie, entdeckte unter anderem die TuberkuloseBakterien und forschte zu Milzbrand. Er leitete das königlich Preußische Institut für Infektionskrankheiten, dessen heutiger Nachfolger das nach ihm benannte Robert-Koch-Institut ist. 1905 erhielt Robert Koch den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. 


Aufgaben der DGHM

Neben der Interessenvertretung nach außen und gegenüber der Politik stehen bei der DGHM Symposien und Fachtagungen für die eigenen Forschungsvorhaben im Mittelpunkt. Innerhalb dieser Fachgesellschaft gibt es verschiedene wissenschaftliche Fachgruppen. Diese wiederum haben schwerpunktmäßig die Aufgabe, durch ihre Mitglieder mit weiteren interessierten Gesellschaften über aktuelle wissenschaftliche Themen zu diskutieren und zu tagen.


Einfluss der DGHM

Durch Kooperationen bzw. Mitgliedschaften in anderen Fachgesellschaften nimmt die DGHM Einfluss auf nationale Belange in der Medizin. Sie bezieht aus ihrer fachspezifischen Perspektive Stellung zu allen wesentlichen Aspekten: von der Novellierung der Ausbildungsordnung für Mediziner bis zur Einschränkung der wissenschaftlichen Arbeit durch gesetzliche Maßnahmen. Auch für die eigens erstellte Liste über mikrobiologische Richt- und Warnwerte in Lebensmitteln ist ihre Expertise gefragt.

Diamantinstrumente

Ein Diamantinstrument ist eine Variante unter den rotierenden Instrumenten. Die Oberfläche des Instrumentariums wird bei der Produktion mit Diamanten beschichtet, um eine bessere Schleiffunktion zu gewährleisten. Diamantinstrumente bestehen im Kern aus einem gehärteten, rostfreien Profilkörper, der mittels modernster Galvanotechnologie nur mit ausgewählten natürlichen Diamantkörnern beschichtet wird. Dieses Verfahren garantiert eine äußerst homogene, sichere und nachhaltige Diamantierung des Instrumentes. So lassen sich damit optimale Arbeitsergebnisse erzielen. 


Arten von Diamantinstrumenten und deren Einsatzgebiet

Diamantinstrumente gibt es in diversen Ausführungen. Diese variieren in Länge und Form aber auch in der Körnung. Je gröber die Körnung desto größer der Abtrag. Unterschieden wird zwischen Folgenden:
  • supergrobe Körnung (SC) für ein schnelles Abtragen und Entfernen alter Füllungen
  • grobe (C) und mittlere Körnung (M) zum Abtragen, Vorschleifen und universellen Beschleifen der Zahnsubstanz
  • feine (F), superfeine (SF) und ultrafeine Körnung (UF) zum Feinschleifen vorpräparierter Zahnoberflächen sowie zum Finieren und Glätten von Kompositfüllungen.
Durch die vorhandene Formen- und Artikelvielfalt können alle Arbeiten in der Zahnarztpraxis ausgeführt werden: die Kavitätenpräparation oder die Kronenpräparation, aber auch die Füllungsbearbeitung einschließlich dem Aufbohren alter Füllungen. Weitere Einsatzgebiete sind die Wurzelkanalaufbereitung und die Wurzelglättung. Auch in speziellen Bereichen wie der Kieferorthopädie, der Kieferchirurgie, bei der Kronen- und Brückentechnik sowie in der Kunststofftechnik werden rotierende Instrumente eingesetzt.

Digitale Abformung

Die digitale Abformung ist eine moderne Art der Abformung. Im Gegensatz zur konventionellen Methode, bei der beispielsweise mit Alginat und Abdrucklöffel ein Abdruck des Kiefers gemacht wird, arbeitet man hier mithilfe digitaler Übertragungstechnik. Dabei erfasst ein Intraoralscanner oder eine Digitalkamera die Situation im Mund des Patienten. Aus den so erfassten Daten entsteht am Computer ein digitaler Abdruck des Patientengebisses. Aktuell sind verschiedene Geräte auf dem Markt, die die Daten und Oberflächen nach unterschiedlichen technischen Ansätzen erfassen, zum Beispiel DirectScan Cams, Intraoral Scanner oder Chairside Oral Scanner. Digitale Abformungen bieten die Möglichkeit, materialsparend zu agieren. Zudem sind sie vor allem bei Patienten mit starkem Würgereiz eine sehr gute Alternative zum konventionellen Abdruck. Die Entwicklung der Scanner schreitet stets voran. Bisher können subgingival liegende Areale noch nicht gänzlich erfasst werden. Auch die Lichtreflexion an beschliffenen Zähnen oder durch Speichel verursachte Reflexionen können eine Erfassung der Oberflächen erschweren. Die Hersteller der Geräte arbeiten deshalb kontinuierlich daran, auch diese Schwachstellen zu beseitigen.

Distal

Distal ist eine der zahlreichen Lage- und Richtungsbezeichnungen in der Mundhöhle. Der Begriff bezeichnet die Richtung von der Mitte des Zahnbogens weg in Richtung der Weisheitszähne bzw. nach hinten. Diese Richtungsbezeichnungen erleichtern im Praxisalltag die Kommunikation zwischen Zahnarzt und Helferin/ZFA/ZMF. Denn dadurch weiß jeder sofort, von welchem Bereich im Mund des Patienten gerade die Rede ist

Druckluftversorgung

Viele Geräte oder einzelne Gerätekomponenten funktionieren mithilfe von Druckluft. Diese erhalten sie durch spezielle Kompressoren. In jeder Zahnarztpraxis sorgen ein oder mehrere Kompressoren für die Druckluftversorgung. Diese sind zumeist nahezu lautlos und versorgen alle Einheiten. Sie sind sozusagen „das Herz ein jeder Praxis“, da ohne sie der Zahnarzt in seiner Tätigkeit deutlich eingeschränkt wäre. Die Liste der zahlreichen Einsatzbereiche von Druckluft in der Zahnheilkunde ist lang. Sie reicht von der Ansteuerung von Präzisionsfräsern über die Turbine im Handstück bis zum Trocknen von Zähnen im Patientenmund mit Hilfe des „Püsters“. In all diesen sensiblen Bereichen sollte ölfreie, trockene und hygienische „dentale Luft“ jederzeit verfügbar sein. 


Anforderung an die Druckluftqualität

Feuchte Druckluft kann nicht nur zu Oxidation und damit Korrosion der empfindlichen und hochwertigen Luftmotoren an der Behandlungseinheit führen, sondern auch den Behandlungserfolg gefährden. Bei der Erhaltung des Retentionsmusters (durch die Präparation entstandene Schlifffacetten auf der Zahnoberfläche) ist es beispielsweise unerlässlich, dass sich kein Wasser in den Rillen, Unterschnitten und Fugen des Zahnes ansammelt. Ansonsten gibt es Probleme bei der mechanischen Verankerung eines Veneers oder eines Inlays – sie können nicht mehr sauber verklebt werden. Das Gleiche gilt bei Kompositen mit Adhäsivtechnik: Auch hier kann Wasser negative Folgen auf den Haftungsprozess haben. Darüber hinaus ist eine ölfreie Luft wichtig, denn Öl verhindert ein absolut exaktes Arbeiten mit dem Retentionsmuster und minimiert die Effizienz der Adhäsivtechnik bei Kompositen. 


Spezielle Dental-Kompressoren notwendig

Bei Dental-Kompressoren sollte aus den genannten Gründen auf Öl als Schmiermittel für die Kolben verzichtet werden. Herkömmliche industrielle Kompressoren benötigen Öl zum Schmieren beweglicher Teile. Doch diese Geräte sind grundsätzlich nicht dentaltauglich, denn selbst durch nachgeschaltete Wasser-/Öl-Abscheider lassen sich Feuchtigkeits- und Ölnebelrückstände nicht vollständig beseitigen. Mittlerweile findet auch im Bereich der Druckluftversorgung eine Digitalisierung statt. Dazu gehören insbesondere Kompressoren, die dann Teil einer kompakten Funktionseinheit inklusive Saugsystem und Amalgamabscheider sind.

E

EDTA

EDTA ist die gängige Abkürzung für Ethylendiamintetraessigsäure. Diese ist eine organische Säure. Sie kommt in der diagnostischen Medizin als Kalziumpuffer zum Einsatz und dient so beispielsweise der Antikoagulation (= Nicht-Gerinnung) von Blutproben (EDTA-Blut). EDTA bildet mit Kalzium als Zentralatom einen Metallkomplex, welcher die Funktion der Blutgerinnung des Kalziums ausschaltet. In der Therapie wird EDTA als Gegenmittel bei Schwermetall-Vergiftungen, beispielsweise mit Blei, verabreicht.
 

EDTA in der Zahnmedizin

In der Zahnmedizin wird EDTA vor allem als Spüllösung bei endotontologischen Behandlungen, also Wurzelkanalbehandlungen, eingesetzt. In der Regel wird sie in einer Konzentration bis 15% zur Entfernung der Schmierschicht verwendet, welche durch den Abrieb mit Feileninstrumenten intrapulpal (innerhalb der Zahnwurzel) entsteht. Aufgrund ihrer mäßigen antimikrobiellen Eigenschaft dient EDTA ebenso als Zwischenspülung innerhalb eines Spülprotokolls. Ein Spülprotokoll gibt vor, in welcher Reihenfolge Spülungen zu verwenden sind. Zudem ist die EDTA eine Spüllösung auf Chelatorenbasis. Unter Chelatoren versteht man besonders stabile Komplexe von Metallen mit organischen Verbindungen infolge ringförmiger Bindungen. Die Fähigkeit des Chelators, sich mit einem metallischen Ion zu verbinden und dieses dadurch zu inaktivieren, wird in der Medizin vielfältig genutzt. So werden sie beispielsweise zur Entgiftung bei Metallvergiftungen oder bei krankhaften Störungen des Kupferhaushalts eingesetzt, um schädliche Ionen auszuscheiden. In der Zahnmedizin sind Chelatorpräparate wieder zunehmend populär. Sie werden eingesetzt, um auf chemischem Wege das Kanalwanddentin zu erweitern. Außerdem werden sie von nahezu allen Herstellern als Gleitmittel zur Unterstützung der maschinellen Wurzelkanalaufbereitung mit Nickel-Titan-Instrumenten vorgeschlagen.
 

Einmalhandschuhe

Einmalhandschuhe sind unverzichtbar bei der alltäglichen Arbeit in der Praxis, insbesondere während einer Behandlung. Sie sind entscheidend für die Hygiene, da sie nach jedem Patienten sowie nach speziellen Arbeitsschritten gewechselt werden. Die Auswahl an Einmalhandschuhen ist groß – aber es gibt auch die Unterschiede, besonders was Schutz, Tragekomfort und Sensorik angeht. Zur Auswahl stehen zudem viele bunte Farben, Texturierungen und sogar verschiedene Düfte. Wichtiger sind aber Material, Qualität und Passform.
 

Material von Einmalhandschuhen

Bei den verwendeten Materialien unterscheidet man vor allem zwischen Latex, Nitril und Vinyl. Ebenso gibt es noch die Unterteilung in gepudert und puderfrei. Bei der Auswahl der Handschuhe für die jeweilige Praxis zählen die individuellen Vorlieben der Behandler und auch mit den Jahren entwickelte Gewohnheiten. 


Latex

Viele favorisieren Latexhandschuhe aufgrund der Bequemlichkeit, dem sehr guten Tastgefühl und der Dehnbarkeit – wichtig beim Anziehen der Handschuhe. Sie bestehen hauptsächlich aus Naturkautschuk und sind besonders weich. Latexhandschuhe gibt es in verschiedenen Ausführungen, etwa mit Beschichtungen aus Aloe Vera oder mit verschieden texturierten Oberflächen für mehr Griff und Tragekomfort. Außerdem arbeiten die Hersteller mit unterschiedlichen Materialmischungen, die das Tragegefühl beeinflussen. Preiswertere Latexhandschuhe enthalten in der Regel einen niedrigeren Naturlatex-Anteil – auf Kosten von Dehnbarkeit und Schutzwirkung. Größter „Schwachpunkt“ der Latexhandschuhe sind die stoffeigenen Latexproteine, welche zu allergischen Reaktionen führen können. Verstärkt wird diese allergische Reaktion durch die mit Maisstärke gepuderte Variante: Die Latexproteine verbinden sich mit der Maisstärke und verteilen sich beim Ausziehen der Handschuhe in der Atemluft. Daher verwenden viele Hersteller mittlerweile während der Produktion Chlorbäder, um so freie Latexproteine herauszuwaschen. Je stärker dabei die Chlorierung ist, desto weniger Latexproteine lösen sich. Dieser Chlorierungsprozess macht die Handschuhe jedoch glatter und rutschiger.
 

Nitril, Vinyl und Polychloropren als Alternative zu Latex

Handschuhe aus Nitril sind eine sehr gute Alternative zu Latex. Nitril ist ein Kunststoff. Solche Einmalhandschuhe sind die erste Wahl für Zahnärzte und Praxismitarbeiter, die auf Naturkautschuk allergisch reagieren oder bei denen eine Sensibilisierung besteht. Zudem bieten Nitrilhandschuhe die gewünschte Elastizität, eine gute Taktilität und einen hohen Tragekomfort. Als weiter Möglichkeit bieten sich Untersuchungshandschuhe aus Vinyl an. Dieses Material ist weich und außen besonders glatt. Auch in punkto Hautverträglichkeit überzeugen Vinylhandschuhe. In der Zahnmedizin werden sie jedoch selten verwendet. Grund hierfür ist die schlechtere Dehnbarkeit, Reißfestigkeit und Sicherheit im Vergleich zu Latex und Nitril. Operationshandschuhe nehmen eine Sonderrolle unter den Einmalhandschuhen ein. Sie sind qualitativ besonders hochwertig und werden einzeln steril verpackt . Neben Latex und polymerbeschichtetem Latex wird für die hochwertigen OP-Handschuhe auch Polychloropren (Neopren) verwendet. Wegen des höheren Infektionsrisikos und der langen Tragezeiten sind Operationshandschuhe noch dichter als Untersuchungshandschuhe.

Einwegkanülen

Eine Kanüle ist eine hohle Nadel, die in der Medizin dazu benutzt wird, in Gewebe einzudringen und es zu punktieren. Das Ende der Kanüle ist meist mit einem schrägen Schliff geschärft, um beim Eindringen in das Gewebe einen kleinen Schnitt zu setzen. Einwegkanülen sind eben solche Nadeln, die nur ein einziges Mal verwendet und anschließend entsorgt werden. Dies ist bei zahnmedizinischen Behandlungen aufgrund der hohen hygienischen Ansprüche besonders wichtig. Gerade im Bereich der Mundhöhle ist der Raum zur Behandlung sehr begrenzt – durch die Schleimhaut, Haut und Muskulatur. Hier können Einwegkanülen sehr hilfreich sein, zum Beispiel
  • zur Verwendung als Spritzenspitze bei der Leitungsanästhesie
  • beim Applizieren von Werkstoffen wie Füllungsmaterial
  • als sterile/hygienische Verlängerung des Püsters oder der „Wasserspritze“
  • zur Applikation von Spüllösungen.

Endodontie

Endodontie ist ein Teilgebiet der Zahnheilkunde. Sie befasst sich mit dem Aufbau und den Krankheiten des Zahninneren, also mit der Anatomie und Physiologie des Endodonts sowie der Ätiologie, Prävention, Pathologie, Diagnostik und Therapie seiner Erkrankungen oder Verletzungen. Das Endodont umfasst hierbei die Zahnpulpa (Zahnnerv) sowie die sie umgebenden, mit ihr physiologischerweise kommunizierenden Gewebe.


Erkrankungen des Endodonts

Erkrankungen des Endodonts können in folgenden Bereichen auftreten: kariöse Läsionen (Loch im Zahn), präparierte Kavitäten (behandelte Zahndefekte), offenliegende Dentintubuli (Dentinkanälchen), Furkations- oder Seitenkanäle und Foramen apikale (Öffnung an der Wurzelspitze, durch die Nerven und Blutbahnen in den Zahn eintreten). Endodontische Maßnahmen, die diese Prozesse verhindern, sind:
  • präventive Endodontie (Kariesprävention, Pulpa-Dentin-Schutz)
  • konservative Endodontie (Aufbereitung und Desinfektion des Wurzelkanalsystems)
  • chirurgische Endodontie (Wurzelspitzenresektion, Wurzelamputation)
  • postendodontische Versorgung (Restaurationen und Aufbaufüllungen)
  •  

Extirpationsnadeln

Extirpationsnadeln sind spezielle Instrumente, die in der Endodontie bei einer Wurzelkanalbehandlung zum Einsatz kommen. Diese Nadeln sind speziell dafür konzipiert, die Pulpa (Zahnnerv) aus dem Wurzelkanal zu entfernen. Auf der Oberfläche der Nadeln sind mehrere Widerhaken angebracht, mit der Nerv herausgezogen werden kann. Extirpationsnadeln sind in verschiedenen ISO-Größen erhälltlich

F

Farbcodierung

Die Farbcodierung ist ein visuelles Hilfsmittel, um Behandler und Team einen besseren Überblick über das verwendete Instrumentarium zu geben. Sie hilft zum einen dabei, den Gegenstand zu identifizieren und zum anderen vereinfacht sie eine Benennung des Gegenstands.


Einsatz der Farbcodierung in der Zahnmedizin

Die Farbcodierung findet sich vor allem in der Zahnwurzelbehandlung: Hier hat jede der einzelnen ISO-genormten Feilen und Nadeln ihre spezielle Farbe. Ebenso gibt es bei den Küreetagesystemen für die manuelle Zahnreinigung eine Farbcodierung. Die unterschiedlichen Farben geben daher sowohl Aufschluss über deren oberflächliche Beschaffenheit (z.B. Körnungsgrad, Größe der Feile) als auch über das Anwendungsgebiet (z. B. Frontzähne, Prämolaren, Molaren, distale Fläche).

Filmentwicklung

Die Filmentwicklung ist ein kaum noch praktizierter Arbeitsschritt in der Röntgendiagnostik. Insbesondere in früheren Zeiten war es notwendig, die gebräuchlichen Röntgenfilme (bestehend aus Silberhalogenid) nach der Belichtung zu entwickeln. Mittlerweile sind diese jedoch größtenteils durch Röntgenspeicherfolien ersetzt worden. Diese sind in einer Art Kasette vebaut und können bis zu 10.000 mal verwendet werden. Alternativ werden auch Speicherchips in ditalen Röntgengeräten eingesetzt. In beiden Fällen entfällt also die klassische Filmentwicklung.

Flächendesinfektion

Eine Flächendesinfektion bezeichnet die systematische Keimreduktion auf Oberflächen, besonders in ambulanten oder stationären medizinischen Einrichtungen. Hierbei geht es vor allem um die Arbeitsflächen. Die Bereiche, die möglicherweise kontaminiert (verunreinigt) sind, sollten stets leergeräumt sein. Dort liegen grundsätzlich nur die Gerätschaften und Arbeitsmittel auf, die bei den zu behandelnden Patienten benutzt werden. Schubladen und Schränke sind während der Behandlung geschlossen zu halten. Materialien und Gerätschaften im Behandlungszimmer sollten ausschließlich in geschlossenen Schränken und Schubladen gelagert werden, nicht in offenen Regalen. 


Korrekte Durchführung der Flächendesinfektion

Eine Flächendesinfektion wird am besten mithilfe von Desinfektionstüchern durchgeführt. Hierfür gibt es vorgefertigte Verpackungen mit in Desinfektionsmittel getränkten Tüchern, aus denen man einzelne Tücher herausnehmen kann. Wird eine Fläche mit so einem Tuch gewischt, wirkt das Desinfektionsmittel innerhalb von 3 Minuten. Nach Ablauf dieser Zeit ist die gewischte Fläche sauber, trocken und relativ keimfrei. Eine solche Flächendesinfektion sollte in Behandlungsräumen nach jeden Eingriff vorgenommen werden. Bevorzugt zu behandelnde Flächen sind hierbei der Behandlungsstuhl samt Behandlungseinheit sowie die Ablageflächen.
 

Fluoridierung

Unter Fluoridierung versteht man das Aufbringen von speziellen Salzen, sogenannten Fluoriden, auf die Zähne zur Kariesprophylaxe. Auch Lebensmittel wie Speisesalz und Trinkwasser sowie Zahnpasta werden teilweise mit Fluorid versetzt, allerdings in deutlich geringerer Konzentration. 


Die Wirkung von Fluorid

Fluorid wirkt vor allem auf der chemischen Ebene prophyliktisch gegen Karies: Der Zahnschmelz und das Dentin sind chemisch betrachtet wie ein schwerlösliches Salz in einer wässrigen Lösung, dem Speichel. Idealerweise besteht an der Zahnoberfläche ein Gleichgewicht zwischen De- und Remineralisation. Plaquebesiedlung und zuckerreiche Ernährung stört dieses Gleichgewicht. Es kommt zu einer bakteriellen Säureproduktion, wodurch die Demineralisation überwiegt. Es bilden sich kariöse Läsionen mit charakteristischem Aussehen – zunächst in mikroskopischen Dimensionen. Aus diesen entwickelt sich dann eine Kavität. Die Kavität entsteht also durch das Herauslösen von Kalziumionen aus der Zahnoberfläche. Durch Zugabe von Fluorid lässt sich dieser Vorgang umkehren, denn Flourid löst angelagerte H-Ionen aus der Zahnoberfläche heraus. So kann wieder Kalzium angelagert werden, also eine Remineralisierung stattfinden. Zudem wird durch Fluorid die Zahnhartsubstanz gestärkt und so wiederum einer erneuten Karies vogebeugt. 


Möglichkeiten der Fluoridzufuhr

Fluorid kann auf unterschiedlichen Wegen zugeführt werden: zum einen systemisch (durch die Nahrung) durch fluoridiertes Speisesalz, aber auch lokal durch Auftragen von Fluoridlacken oder Fluoridgelee. Der eigentliche Wirkungsmechanismus systemischer Fluoridapplikation liegt im Kontakt mit den Zähnen. Systemische Fluoridapplikation ist daher eine effektive Methode der lokalen Fluoridierung. Zudem kann beim täglichen Zähneputzen mit entsprechenden Zahnpasten Fluorid zugeführt werden. Allerdings dürfen mit Fluorid angereicherte Zahnpasten in Deutschland maximal 1500 ppm enthalten, für Kinder bis 6 Jahren gilt ein Maximalgehalt von 1000 ppm. Hiermit soll eine Fluoridtoxizität verhindert werden, die bei übermäßig hohem Fluoridkonsum droht.

Fluoridierung

Unter Fluoridierung versteht man das Aufbringen von speziellen Salzen, sogenannten Fluoriden, auf die Zähne zur Kariesprophylaxe. Auch Lebensmittel wie Speisesalz und Trinkwasser sowie Zahnpasta werden teilweise mit Fluorid versetzt, allerdings in deutlich geringerer Konzentration. 


Die Wirkung von Fluorid

Fluorid wirkt vor allem auf der chemischen Ebene prophyliktisch gegen Karies: Der Zahnschmelz und das Dentin sind chemisch betrachtet wie ein schwerlösliches Salz in einer wässrigen Lösung, dem Speichel. Idealerweise besteht an der Zahnoberfläche ein Gleichgewicht zwischen De- und Remineralisation. Plaquebesiedlung und zuckerreiche Ernährung stört dieses Gleichgewicht. Es kommt zu einer bakteriellen Säureproduktion, wodurch die Demineralisation überwiegt. Es bilden sich kariöse Läsionen mit charakteristischem Aussehen – zunächst in mikroskopischen Dimensionen. Aus diesen entwickelt sich dann eine Kavität. Die Kavität entsteht also durch das Herauslösen von Kalziumionen aus der Zahnoberfläche. Durch Zugabe von Fluorid lässt sich dieser Vorgang umkehren, denn Flourid löst angelagerte H-Ionen aus der Zahnoberfläche heraus. So kann wieder Kalzium angelagert werden, also eine Remineralisierung stattfinden. Zudem wird durch Fluorid die Zahnhartsubstanz gestärkt und so wiederum einer erneuten Karies vogebeugt. 


Möglichkeiten der Fluoridzufuhr

Fluorid kann auf unterschiedlichen Wegen zugeführt werden: zum einen systemisch (durch die Nahrung) durch fluoridiertes Speisesalz, aber auch lokal durch Auftragen von Fluoridlacken oder Fluoridgelee. Der eigentliche Wirkungsmechanismus systemischer Fluoridapplikation liegt im Kontakt mit den Zähnen. Systemische Fluoridapplikation ist daher eine effektive Methode der lokalen Fluoridierung. Zudem kann beim täglichen Zähneputzen mit entsprechenden Zahnpasten Fluorid zugeführt werden. Allerdings dürfen mit Fluorid angereicherte Zahnpasten in Deutschland maximal 1500 ppm enthalten, für Kinder bis 6 Jahren gilt ein Maximalgehalt von 1000 ppm. Hiermit soll eine Fluoridtoxizität verhindert werden, die bei übermäßig hohem Fluoridkonsum droht.

Folienschweißgerät

Ein Folienschweißgerät dient in der Zahnmedizin dazu, gesäuberte Instrumentarien und Schleifkörper luftdicht in Folienbeuteln zu verpacken. Damit werden diese Instrumente vorbereitet zur Sterilisation. In den verschweißten Beuteln werden im Anschluss an den Sterilisationsprozess Geräte sicher und hygienisch einwandfrei gelagert. 


Handhabung des Folienschweißgeräts

Folienschweißgeräte können mit Folienschlauch von der Rolle bestückt werden oder alternativ mit vorgefertigten Folienbeuteln in Standardgrößen zum Einsatz kommen. Beim Folienschlauch von der Rolle wird diese mit der Papierseite nach unten in das Gerät eingefädelt und die gewünschte Folienlänge mit dem Verstellrad angepasst. Dann wird durch Starten des Siegelprozesses die hintere Naht des Folienschlauchs angelegt und abgeschnitten. Diese Arbeitsschritte erspart man sich mit einem vorgefertigten Folienbeutel. Der zu verschweißende Gegenstand wird nun in den Folienschlauch oder-beutel eingelegt und die noch offenen Nähte mithilfe des Folienschweißgeräts verschlossen. Anschließend kann das so verpackte Instrument im Dampfsterilisator sterilisiert werden.

Fräsator

Ein Fräsator ist ein zylinderförmiger Behälter mit Deckel, der zur Reinigung und Aufbereitung rotierender Instrumente wie Bohrer, Fräser, Polierer, Schleifer gebraucht wird. Dafür wird der Behälter mit Desinfektionslösung gefüllt. Im Innern des Fräsators ist ein herausnehmbarer Siebeinsatz, in welchen die rotierenden Instrumente durch einen Schlitz im Deckel eingelegt werden. Zum Abtropfen der Desinfektionsflüssigkeit wird das innenliegende Sieb hochgestellt. Dieses bewährte Verfahren ist Bestandteil der zeitgemäßen Desinfektion von rotierenden Instrumenten in der Zahnarztpraxis. siehe auch: Bohrerbad.


Gängige Materialien von Fräsatoren

Üblicherweise sind diese Behälter zum Durchführen eines Bohrerbads aus Opalglas gefertigt, das innenliegende Sieb aus Kunststoff. Daneben gibt es auch Fräsatoren aus Edelstahl. 

Füllungsarten

Als Füllungsarten werden jene Werkstoffe bezeichnet, die bei einer Füllungstherapie zum Einsatz kommen können. Solche Werkstoffe sind
  • Amalgam 
  • Composite  
  • Gold
  • Keramik 
  • Glasionomer – auch GIZ genannt 
  • Compomer 

Unterteilung von Füllungsarten nach Therapie

Diese unterschiedlichen Füllungsarten können zudem nach der durchgeführten Therapieform unterteilt werden in:
  • Füllungen für die rein konventionelle Füllungstherapie in Form von Kavitätenpräparation mit anschließender Konditionierung für die direkte Einlage des Füllungsmaterials
  • Versorgung mit Inlays, Onlays (theoretisch auch Chairside (Verlinkung)-Fertigung möglich) oder auch Teilkronen. Diese werden vorwiegend bei sehr großen kariösen Läsionen eingesetzt. Hier wird ebenfalls präpariert, allerdings etwas anders als bei der konventionellen Füllungstherapie. Zudem wird anschließend eine Abformung vorgenommen. Im zahntechnischen Labor kann daraufhin der entsprechende Zahnersatz gefertigt werden.

Fungizid

Fungizide sind pilzabtötende Arzneistoffe (Antimykotika), also chemische oder biologische Wirkstoffe, die Pilze oder ihre Sporen abtöten oder ihr Wachstum für die Zeit ihrer Wirksamkeit verhindern. Diese Eigenschaft der Wirkstoffe wird als fungizid bezeichnet, der Vorgang selbst als Fungizide.


Einsatz von Fungiziden

Fungizide in der Zahnmedizin werden eingesetzt zur wirksamen Bekämpfung von Candidapilzen, auch Hefepilze oder Soor genannt. Diese Pilze lieben feuchte Regionen in der Mundhöhle wie die Zunge und die Mundschleimhaut. Aber auch auf Zahnprothesen und feuchten Zahnbürsten fühlen sich diese Pilze wohl, vermehren sich dort sogar am meisten. Natürlicherweise sind Bakterien, bisweilen auch Viren und Pilze, im Mundraum zu finden. Bei immungeschwächten Menschen kann es zu einer krankhaften Pilzinfektion im Mund kommen. Bei einer Hefepilzinfektion im Mundraum sollte immer zuerst der Zahnarzt konsultiert werden.


Fungizide Wirkstoffe in der Alternativmedizin

Besonders Teebaumöl und Nelkenöl kommen in der Alternativmedizin zur Anwendung. Teebaumöl wird wegen seiner antiseptischen, bakteriziden und fungiziden Wirkung geschätzt. Aus Gewürznelken gewonnenes Nelkenöl wirkt antibakteriell, fungizid, krampflösend, beruhigend, schweißtreibend und schmerzstillend. Bei Zahnschmerzen können zur Schmerzlinderung Nelken gekaut werden, denn auch so entfaltet das enthaltene Öl seine Wirkung. Bei oraler Einnahme von Nelkenöl sollte man allerdings vorsichtig sein, denn in konzentrierter Form wirkt es gewebereizend und kann allergische Reaktionen der Mundschleimhaut verursachen.

Funktionsabformung

Funktionsabformungen sind alle Abformungsmethoden, mit denen sich Bewegungen von Lippe, Wange und Zunge beim Kauen, Sprechen und mimischen Bewegungen in der Ausdehnung darstellen lassen. Dieser spezielle Abdruck wird beim Zahnarzt mit einer besonderen Schablone (Funktionslöffel) genommen. 


Anwendung der Funktionsabformung

Zahntechniker benötigen zur Fertigung einer schleimhautgetragenen Zahnprothese eine Funktionsabformung des unbezahnten Kiefers (Kieferkamm). Dieser spezielle Abdruck des unbezahnten Kiefers berücksichtigt die natürlichen Bewegungen von Schleimhäuten, Mundschleimhäuten und Muskeln – etwa beim Essen und Sprechen. Die Funktionsabformung stellt den Ventilrand (Umschlagfalte) dar und hilft, die richtige Ausdehnung der Prothesenbasis zu ermitteln. Hergestellt wird eine solche Abformung aus Elastomer, einem Werkstoff, der formfest aber elastisch verformbar ist. Sie dient als Ausgangsbasis für ein Gipsmodell, mit dem der Zahntechniker dann arbeiten kann.

G

Gingiva

Gingiva ist der zahnmedizinische Fachausdruck für Zahnfleisch. Die Gingiva gehört zur Mundschleimhaut und bildet unmittelbar an den Zähnen wie eine Art Kragen den Abschluss des Zahnhalteapparats. 


Was ist freie und was ist befestigte Gingiva?

In der Zahnmedizin wird zwischen sogenannter freier und fester Ginigiva unterschieden. Als freie Gingiva wird der Bereich bezeichnet, der sich bei der Untersuchung des gingivalen Sulkus (Zahnfleischtasche) mit einer Paradontalsonde vom Zahn ablösen lässt. Ein anderer Ausdruck dafür ist „Gingivalsaum“. Wenn der Zahnhalteapparat gesund ist, ist dieser Bereich der Gingiva mit ungefähr 1-2 Millimetern nur klein. Im Gegensatz dazu ist die befestigte Gingiva mit dem Alveolarknochen verwachsen.
 

Funktion und Erkrankungen der Gingiva

Als Teil des Zahnhalteapparates kommt der Gingiva eine wichtige Funktion zu: Zusammen mit Zahnhalteapparat und Kiefer bildet sie eine Einheit, die für den festen Sitz der Zähne im Kieferknochen sorgt. Das Gewebe der Gingiva ist dabei teilweise am Zahn und teilweise am Alveolarfortsatz befestigt. Weil Zahnfleisch keine Unterhaut besitzt, lässt es sich nicht verschieben und kann nicht nachgebildet werden. Ist die Gingiva entzündet, spricht man von einer Gingivitis. Sind von dieser Entzündung noch weitere Teile des Zahnhalteapparates betroffen, liegt eine Parodontalerkrankung vor. In der Folge kommt es zu einer Vertiefung des gingivalen Sulkus und damit zu einer Zahnfleischtasche. 

 

Gingivektomie

Von einer Gingivektiomie spricht man, wenn bei Zahnfleischerkrankungen ein Teil der Ginigiva chirurgisch entfernt wird. Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben: zum einen um Gingivahyperplasien also abnorme Wucherungen des Zahnfleischs zu korrigieren; zum anderen um etwa Zahnfleischtaschen bzw. Knochentaschen zu verringern. Konventionell erfolgt die chirurgische Abtragung der Gingiva mit dem Skalpell. Sie kann aber auch mit einem elektrochirurgischen Instrument (Elektrotom), einem Laser oder einem HochfrequenzChirurgiegerät durchgeführt werden. Für den Eingriff ist eine Lokalanästhesie erforderlich. Danach kann ein sogenannter Zahnfleischverband die Heilung unterstützen. 

Gingivitis

Gingivitis bezeichnet eine Entzündung der Gingiva. Sie zählt zu den Parodontalerkrankungen (Erkrankungen des Zahnhalteapparats).


Ursachen für Gingivitis

Zu den häufigsten Ursachen für eine Gingivitis zählt bakterielle Plaque (Zahnbeläge) als Folge von schlechter Mundhygiene. Liegen bestimmte weitere Faktoren vor, kann es bereits bei geringgradiger Plaque zu einer Gingivitis kommen. Zu diesen Faktoren zählen hormonelle Veränderungen wie sie in der Schwangerschaft oder Pubertät vorkommen, Stoffwechselstörungen etwa Diabetes mellitus oder bösartige Erkrankungen zum Beispiel Leukämie. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente oder Mangelernährung kann die Entstehung einer Gingivitis begünstigen. Eine dauerhafte Reizung durch fehlerhaften bzw. schlecht sitzenden Zahnersatz kommt ebenfalls als Auslöser in Frage. 


Formen der Gingivitis

Es gibt verschiedene Formen von Gingivitis. Zum einen unterscheidet man zwischen akuter und chronischer Gingivitis. Zum anderen gibt es plaqueindizierte, also durch Plaque ausgelöste, und nicht-plaqueindizierte Gingivitis. Sobald sich aus Plaque erst einmal Zahnstein gebildet hat, lässt er sich allein durchs Zähneputzen nicht mehr entfernen. An diesem Punkt beginnen Bakterien das Zahnfleisch anzugreifen. Darauf reagiert der menschliche Organismus mit einer Entzündungsreaktion. Ist die bakterielle Entzündung soweit fortgeschritten, dass auch Knochen und Bindegewebe betroffen sind, spricht man von Parodontitis. Zudem gibt es noch eine Sonderform: die akut nekrotisierend ulzeröse Gingivitis. Dabei handelt es sich um eine plötzlich auftretende Entzündung, die mit Schmerzen, Blutungen und schlechtem Atem einhergeht.


Symptome der Gingivitis

Bei einer Gingivitis ist entweder die komplette Gingivia schmerzhaft gerötet und geschwollen oder nur bestimmte Bereiche. Auch können Ulzerationen (Geschwürbildung) auftreten und die Zahnfleischtasche bluten. Dies lässt sich meist mit einer leichten Sondierung feststellen. Oftmals leiden die Patienten unter starkem Mundgeruch. Die Therapie einer Gingivitis richtet sich nach der Ursache. Bei einer plaqueindizierten Gingivitis ist die Verbesserung der Mundhygiene das Mittel der Wahl. Neben Zahnbürste und Zahnseide ist dann auch der Einsatz desinfizierender Mundspüllösungen ratsam.

Gipse

Chemisch betrachtet handelt es sich bei Gips um ein zweifach hydratisiertes Kalziumsulfat in kristallinischer Form (CaSO4.2H2O). Aufgrund seiner Eigenschaften etwa der einfachen Handhabung eignet er sich gut für die Herstellung von Modellen, wie sie in der Zahnmedizin gebraucht werden.

Man unterscheidet dabei zwischen verschiedenen Modellen:
Situationsmodelle: Sie bilden die Ausgangssituation vor der Behandlung ab und werden verwendet, um die Mundsituation zu dokumentieren und zu analysieren.
Arbeitsmodelle: Sie dienen als Grundlage, auf der der Zahntechniker Zahnersatz, Aufbissschienen, kieferorthopädische Apparaturen oder Mundschutze anfertigt. 
Meistermodell: Darauf verleiht der Zahntechniker seiner Arbeit den letzten Schliff und liefert sie zum Zahnarzt.


Herstellung eines Gipsmodells

Um ein Gipsmodell herzustellen muss im ersten Schritt eine Abformung des Gebisses und des Kiefers erfolgen. Hierbei muss sehr auf Präzision geachtet werden. Denn gerade bei Arbeitsmodellen gilt: Je exakter Abformung und Modell, desto präziser das zahntechnische Werkstück, das darauf gefertigt wird. Angemischt wird der Gips entweder von Hand mit einem Spatel in einem Mischbecher oder unter Vakuum in einem mechanischen Gipsmischgerät. Dabei ist es in jedem Fall wichtig, die Herstellerangaben zur Dosierung von Gipspulver und Wasser einzuhalten. Mit einem im Idealfall cremigen Gipsbrei wird schließlich die Abformung ohne Luftblasen ausgegossen. 


Arten von Dentalgips

Für den jeweiligen Gebrauch gibt es in der Dentalmedizin verschiedene Gipsarten, die jeweils verschiedene Anforderungen erfüllen. Da Präzision bei der Modellherstellung so eine große Rolle spielt, müssen Dentalgipse möglichst konstante Eigenschaften mitbringen. Wofür welcher Gips verwendet wird, ist abhängig davon, wie er expandiert und wie stabil die Kanten sind. Die fünf Gips-Typen in der Zahnmedizin sind durch EN ISO 6873 genormt und werden wie folgt unterschieden:
Typ I: Abform- und Abdruckgips, 0,15 % Abbindeexpansion und 4 N/mm² Druckfestigkeit;
Typ II: Alabastergips, 0,3 % Abbindeexpansion und 9 N/mm² Druckfestigkeit;
Typ III: Hartgips, 0,2 % Abbindeexpansion und 20 N/mm² Druckfestigkeit;
Typ IV: Superhartgips, 0,15 % Abbindeexpansion (niedrig), 35 N/mm² Druckfestigkeit;
Typ V: Superhartgips, 0,3 % Abbindeexpansion (hoch), 35 N/mm² Druckfestigkeit.

Glasionomer

Glasionomer beziehungsweise Glasionomerzement, kurz GIZ, ist ein Füllungsmaterial. Vielfach wird es auch als Glas-Polyalkenoat-Zement bezeichnet. Glasionomerzement setzt sich zusammen aus anorganischen Füllkörpern, Carbonsäuren sowie Wasser. Außerdem enthält es wie Compomere Fluorid. Dadurch wird es gerne als Füllungsmaterial für Milchzähne verwendet. Auch für provisorische Füllungen an bleibenden Zähnen kommt es – insbesondere bei schwangeren Frauen – zum Einsatz. Daneben dienen Glasionomerzemente in der Zahnmedizin auch als Fixierungszemente für Zahnbrücken und -kronen sowie als Unterfüllungszemente. 


Was sind die Vor- und Nachteile von Glasionomerzement?

Glasionomerzement hat den Nachteil, dass es relativ schnell verschleißt, was sich besonders im Bereich von Füllungskanten negativ auswirkt. Die durchschnittliche Haltbarkeit einer GIZ-Füllung liegt bei fünf Jahren. Diese eingeschränkte Haltbarkeit ist der Grund für die eingeschränkte Anwendung als definitives Füllungsmaterial. Zu den Vorteilen von Glasionomerzement gehören eine gute Bioverträglichkeit und die bereits erwähnte Fluorid-Freisetzung. Dadurch stärkt es die die Schmelz- und Dentinstruktur und kann vor Karies schützen. Bei Füllungen an Milchzähnen nimmt man deshalb auch die im Vergleich zu anderen Materialien geringere Haltbarkeit in Kauf. Glasionomerzement punktet zudem mit seiner relativ zahnfarbenen Optik und einfacher Handhabung. Für die Anwendung wird es zumeist in Applikationskapseln bereit gestellt. Der Behandler muss berücksichtigen, dass GIZ-Füllungen nicht poliert werden können. 

Glaskeramik

Für Vollkronen und Veneers, Inlays, Onlays und Gerüste wird heute zumeist Glaskeramik als Material verwendet. Weil Silikate die Rohstoffe für die Herstellung von Glas und Keramik sind, wird sie auch Silikatkeramik genannt. 


Warum Glaskeramik in der Zahnmedizin?

Glaskeramische Restaurationen weisen eine Transluzenz auf, die der der natürlichen Zähne sehr ähnlich ist. Das heißt, sie sind vergleichbar durchscheinend und passen sich optisch der Umgebung an. Glaskeramik ist außerdem sehr belastbar und kann als Restauration mittels der Adhäsiv-Technik den Zahn sogar stabilisieren. Überdies ist der Werkstoff sehr erprobt, wird ständig weiterentwickelt und lässt sich sehr präzise bearbeiten.
 

Gnathologie

Als Gnathologie bezeichnet man die Lehre von der Kaufunktion. Dieses zahnärztliche Spezialgebiet befasst sich mit dem biomechanischen und funktionellen Zusammenwirken von Zähnen und Kiefergelenk und möglichen Fehlfunktionen.

Störungen der Kaufunktion können sich auf vielfältige Weise äußern. Dazu gehören beispielsweise Zahn- und Kieferschmerzen, eine Craniomandibuläre Dysfunktion, aber auch Migräne, Verspannungen im Schulter-Nackenbereich, Schluckbeschwerden oder Schwindel. Diese Symptomvielfalt erschwert häufig die Diagnose.

Bei einer gnathologischen Untersuchung begutachtet der Behandler die Struktur von Zähnen, Bändern, Muskulatur sowie des Kiefergelenks. Zudem analysiert er, wie alle diese Strukturen etwa beim Kauen zusammenspielen und ob gegebenenfalls eine Fehlfunktion vorliegt.

Als Therapiemaßnahmen kommen je nach Indikation zum Beispiel Aufbissschienen (Aufbisskorrekturen), eine direkte Behandlung gegen Zähneknirschen (Bruxismus) oder eine Korrektur der Position der Kauflächen in Frage.

Wird eine Craniomandibuläre Dysfunktion diagnostiziert, liegen oft mehrere Ursachen vor. Hier ist neben einer besonders sorgfältigen Diagnosestellung zu Beginn häufig die Kombination verschiedener Therapieverfahren erforderlich

Guttaperchaspitzen

Guttaperchaspitzen kommen bei endodontologischen Behandlungen zum Verschließen der Kanäle zur Anwendung. 


Was ist Guttapercha?

Bei Guttapercha handelt es sich um ein kautschukähnliches Naturprodukt. Als weitestgehend natürliches Produkt zeichnet es sich durch sehr gute Bioverträglichkeit aus. Weil es sich nach Erwärmung gut verformen lässt, ist es für die Füllung von Wurzelkanälen gut geeignet.


Wie werden Guttaperchaspitzen verwendet?

Guttaperchaspitzen gibt es in verschiedenen Größen, das heißt mit unterschiedlichem Durchmesser. Bevor sie zum Einsatz kommen, muss der Wurzelkanal aufbereitet, mit Desinfektionslösung gespült und anschließend mit Papierspitzen trockengelegt werden. Danach werden die Guttaperchaspitzen mit Hilfe eines sogenannten Sealers unter Wärmeeinwirkung in den Kanal appliziert.


Arten der Kondensation bei Guttaperchaspitzen

Das Verfahren wie Guttaperchaspitzen eingebracht werden, nennt man Kondensation. Dabei wird noch einmal zwischen verschiedenen Arten der Kondensation unterschieden, allen gemeinsam ist jedoch, dass der Wurzelkanal mit erwärmter und plastisch verformter Guttapercha verfüllt wird:
Laterale Kondensation: Die Guttaperchaspitzen werden eine nach der anderen mit dem Sealer benetzt in den Wurzelkanal eingebracht und mit einem sogenannten Spreader verdichtet. Erst anschließend wird thermisch versiegelt.
Vertikale Kondensation: Dabei arbeitet der Behandler von unten nach oben. Erst wird die unterste Guttaperchaspitze eingebracht und thermisch versiegelt, dann die nächste weiter oben und so fort bis der komplette Kanal gefüllt ist.

Erhältlich sind auch Systeme, bei denen Guttaperchaspitzen mit einem plastischen Kunststoffkern vor dem Verfüllen erhitzt werden und dann in einer sogenannten Einweg-Kondensation in den Kanal appliziert werden. 

 

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Händesdesinfektion

Zur Händehygiene in der Zahnarztpraxis gehört neben der Handreinigung und -pflege auch der Infektionsschutz und damit die Händedesinfektion. Da über 80 Prozent der Infektionen bei Menschen über die Hände übertragen werden, spielt die Handhygiene bei der Unterbrechung der Infektionskette eine große Rolle. Dabei geht es sowohl um den Schutz der Patienten als auch den Schutz der Gesundheit von Behandler und Team. 


Welches Händedesinfektionsmittel in der Zahnarztpraxis?

Es sollten ausschließlich Mittel verwendet werden, deren Wirksamkeit durch anerkannte Prüfverfahren nachgewiesen sind. Sie sollen auf jeden Fall bakterizid und levurozid sein. Wer Patienten mit Viruserkrankungen versorgt oder mit virushaltigem Material umgeht, sollte darauf achten, dass das eingesetzte Händedesinfektionsprapärat auch viruzid ist. Damit ein Händedesinfektionsmittel richtig wirken kann, ist es wichtig, sich genau an die Anwendungshinweise des Herstellers zu halten. 


Weitere Faktoren für die richtige Händedesinfektion

Eine weitere wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Händedesinfektion ist gesunde Haut. Bei geschädigter Haut brennt das Desinfektionsmittel, was die Bereitschaft es zu nutzen mindert. Da pathogene Erreger sich zum Beispiel an Ringen oder Piercings festhalten und dann vom Desinfektionsmittel nicht entfernt werden können, sollten auch kein Schmuck oder Uhren getragen werden.


Hygienische Händesdesinfektion

Bei dieser Form der Händedesinfektion werden alle Keime entfernt, die die Haut vorübergehend besiedeln (transiente Hautflora). Sie ist vorgeschrieben bei direktem Hautkontakt zu Instrumentarien, Oberflächen und dem Patienten.


Chirurgische Händedesinfektion

Vor chirurgischen Eingriffen ist die chirurgische Händedesinfektion erforderlich. Dabei werden nicht nur die sich vorübergehend auf der Haut befindlichen Keime abgetötet, sondern auch die, die dort immer vorhanden und für die normale Hautfunktion zuständig sind (residente Hautflora). Denn gelangen solche Keime auf nicht intakte Haut oder durch invasive Eingriffe wie bei einer OP ins Körperinnere können sie dort unter Umständen Infektionen auslösen. 

Haftlack

Haftlack (auch Adhäsiv-Liquid) kommt bei der Abformung zum Einsatz und sorgt unter dem Abformmaterial dafür, dass es besser im Abformlöffel haftet. Je nach Abformmaterial kann entweder ein allgemeiner Haftlack verwendet werden oder ein für das jeweilige Abformmaterial (Silikon, Alginate oder Polyether) spezialisierter Haftlack. Haftlack ist auch in Form von Haftspray (Adhäsiv-Spray) erhältlich. 

Hartmetallbohrer

Hartmetallbohrer gehören zu den am meisten verwendeten rotierenden Instrumenten an der Behandlungseinheit. Je nachdem wofür sie zum Einsatz kommen, haben sie verschiedene Formen, Beschichtungen und Verzahnungen. Es gibt zum Beispiel Rundbohrer, auch Rosenbohrer genannt, oder Fissurenbohrer. Zur Anwendung kommen Hartmetallbohrer unter anderem um Kavitäten oder Kronen zu präparieren, um Kronen zu trennen oder um Füllungen zu bearbeiten beziehungsweise alte Füllungen aufzubohren.

Hartmetallfräser

Hartmetallfräsen kommen sowohl in der Zahnmedizin als auch in der Zahntechnik zum Einsatz. Mit diesen Schleifkörpern lassen sich Primärteile, Modellgußarbeiten oder Kronen aus Metall anpassen, einschleifen und formen

Hemisektion

Eine Hemisektion ist ein zahnchirurgischer Eingriff, bei dem ein mehrwurzeliger Zahn teilweise extrahiert wird. Hemisezierte Zähne, also der im Kiefer verbleibende Teil, können je nach Indikation mit Kronen versorgt werden oder auch als Stützpfeiler etwa für eine Brückenversorgung dienen. Darin besteht der Vorteil einer Hemisektion gegenüber einer kompletten Extraktion.


Schritte einer Hemisektion

Ein Grundvoraussetzung für diesen Eingriff ist, dass ein geschädigter Zahn mehrere Wurzeln besitzt. Dies ist der Fall bei Unterkiefer-Molaren und Oberkiefer-Vierer, diese besitzen meist zwei Wurzeln (Fachausdruck: Bifurkation), und Oberkiefermolaren, die häufig sogar drei Wurzeln (Trifurkation) aufweisen. Vor einer Hemisektion muss eine Wurzelkanalbehandlung erfolgen. Damit wird der Zahn zum einen symptomfrei. Zum anderen sorgt die Wurzelkanalfüllung für eine gewisse Stabilität des hemisezierten Zahns. In einer weiteren Behandlungssitzung trennt der Behandler unter örtlicher Betäubung den Zahn zwischen den Wurzelstämmen. Aus dem ganzen Zahn werden also zwei kleinere Teile gemacht. Anschließend wird der nicht erhaltungswürdige Teil entfernt. Oftmals erfolgt bei einer Hemisektion auch eine Wurzelamputation. 

Hirtenstab (und Hammer)

Bei einem Hirtenstab handelt es sich um ein Instrument, mit dem der Behandler bereits eingesetzte Kronen oder Brückenversorgungen von der Zahnhartsubstanz darunter lösen kann. Das Instrument wird immer zusammen mit dem sogenannten Hammer eingesetzt. Der Hirtenstab wird auch Kronenentferner nach Morell genannt.


Anwendung von Hirtenstab und Hammer

Bei der Entfernung einer Krone mit dem Hirtenstab geht der Behandler wie folgt vor: Der modellierte Hackenkopf des Instruments wird am Rand der Krone, die entfernt werden soll, positioniert. Durch Ziehen wird der integrierte mobile Hammer mittels einer Feder auf Spannung gebracht. Wenn der Behandler nun seinen Zuggriff löst, erzeugt der Hammer bei der Rückwärtsbewegung in seine ursprüngliche Position punktuell einen Stoß. Dieser wird so umgewandelt, dass er an der Instrumentenspitze ein Ziehen bewirkt. Wiederholt der Behandler nun diesen Vorgang mehrmals, wird die Krone schließlich vom darunter befindlichen Stumpf gelöst. Beim Einsatz von Hirtenstab und Hammer ist Vorsicht geboten. Denn bei falscher Anwendung besteht die Gefahr, dass dieser Stumpf beschädigt wird.

Hohlmeißelzange

In der zahnärztlichen Chirurgie werden mit der Hohlmeißelzange Knochenteile entfernt. Hohlmeißelzangen gibt es in verschiedenen Bauformen und sie sind nach ihren Konstrukteuren benannt, zum Beispiel Hohlmeißelzange nach Beyer oder nach Luer. Mit der Hohlmeißelzange lässt sich Knochen etwa bei einer Weisheitszahn-OP glatt abtrennen. Dies ist wichtig, weil sich Gewebe über glatten Knochen schneller erholt als Gewebe über scharfkantigen Knochenbereichen. 

Hydrocolloid

Hydrocolloid, auch Hydrokolloid, ist ein Abformmaterial, das mit hoher Präzision überzeugt. Aufgrund seiner Materialeigenschaften werden bei der Abformung mit diesem Material aber weitaus mehr Gerätschäften benötigt, als bei einer Abformung mit Alginat. Damit geht auch ein größerer Arbeitsaufwand einher. Hauptbestandteil von Hydrocolloiden ist, neben verschiedenen Zusätzen, die aus Algen gewonnene natürliche Substanz Agar Agar. Bei Temperaturen unter 40 °C haben Hydrocolloide eine gelartige Konsistenz. Bei Erwärmung werden sie ab einer Temperatur von rund 70 °C dünnflüssig – das wird Sol-Zustand genannt. Je nach Temperatur wechselt Hydrocolloid also vom Gel- in den Sol-Zustand und umgekehrt. 


Die Abformung mit einem Hydrocolloid 

Die temperaturabhängige Konsistenz erfordert beim Anfertigen einer Abformung mehr Aufwand und spezielles Zubehör. So muss der Abformlöffel eine Wasserkühlung samt Schläuchen für Zuund Ablauf besitzen. Außerdem wird ein Wasserbad mit einer Temperatur von 100 °C zum Aufkochen und ein Wasserbad mit einer Temperatur von rund 65°C zum Aufbewahren des Hydrocolloids benötigt. Um das Hydrocolloid im Löffel schließlich auf Gebrauchstemperatur abzukühlen, ist zudem ein Wasserbad mit einer Temperatur von rund 45°C erforderlich. Abformungen aus Hydrocolloid sind nicht sehr formstabil. Um mangelnde Präzision zu vermeiden, sollten sie direkt nach der Entnahme aus dem Mund, gesäubert und ausgegossen werden. 

Hydroxylapatit

Hydroxylapatit ist neben Phospor, Calcium, Fluor, Sauerstoff, Wasserstoff und Chlor der Hauptbestandteil von Knochen und Zähnen. Chemisch betrachtet ist Hydroxylapatit ein hydroxyliertes Calciumphosphatsalz, das sich durch sehr große Härte auszeichnet – Zahnschmelz ist das härteste Material im Körper. Löslich ist diese anorganische Substanz nur in stark saurem Milieu. 


Einsatz von Hydroxylapatit in der Zahnmedizin

Um empfindliche Zähne zu desensibilisieren kann der Behandler zur Benutzung von Hydroxylapatithaltigen Zahnpasten raten. Auch ist die Anwendung etwa von fluoridhaltigen Zahnpasten oder auch höher dosierten FluoridProdukten empfehlenswert. Denn Fluorid stabilisiert die Apatit-Struktur, wenn es aufgenommen wird.

Hypersensibilität

Von Hypersensibilität oder Überempfindlichkeit ist in der Zahnmedizin die Rede, wenn die Zähne auf alltägliche Reize, wie süße, saure, kalte oder warme Speisen oder auf Berührung, mit Schmerzen reagieren. Zudem muss eine andere Ursache wie eine Erkrankung oder ein Defekt am Zahn ausgeschlossen sein. Die Schmerzskala kann bei hypersensiblen Zähnen von leicht ziehend bis hin zu stark stechend reichen. 


 Wie und wo entsteht Hypersensibilität?

Am häufigsten lässt sich Hypersensibilität bei abgenutzen Zahnflächen oder freiliegenden Zahnhälsen beobachten. In der Regel schützt der Zahnschmelz als härtestes Material im Körper den Zahn vor Reizungen. Bei freiligenden Zahnhälsen ist zum einen das Zahnfleisch zurückgegangen – etwa aufgrund parodontaler Erkrankungen oder altersbedingt – und fehlt als Schutz. Zum anderen ist der schützende Zahnschmelz am Zahnhals normalerweise dünner. In manchen Fällen kann sogar das Dentin freiliegen. Aktuell geht man davon aus, dass Dentintubuli (winzige Hohlräume, die das Dentin durchziehen) an der Oberfläche freier Zahnhälse dafür verantwortlich sind, dass bestimmte Reize Schmerzen auslösen. Denn in den Dentintubuli befinden sich jeweils ein Odontoblastenfortsatz und der mit Flüssigkeit gefüllte periodontoblastische Raum. Diese Flüssigkeit kann externe Reize an die Pulpa  weiterleiten. Diese Irritation kann eine Schmerzsensation auslösen. Die Verwendung spezieller Zahncremes für empfindliche Zähne oder die Behandlung mit Gels beziehungsweise Lacken (Desensitizer ) kann die Sensibilität lindern, indem sie den Zahn oberflächlich versiegelt. 

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Intraligamentäre Anästhesie

Die sogenannte intraligamentäre Anästhesie, kurz ILA, kann bei vielen Eingriffen zum Einsatz kommen, bei denen eine Schmerzausschaltung im Ober- und Unterkiefer erforderlich ist. 


Wie funktioniert die intraligamentäre Anästhesie?

Bei der intraligamentären Anästhesie wird das Betäubungsmittel mit einer sehr dünnen, kurzen Injektionsnadel und mit geringem Druck direkt zwischen Knochenfach (Alveole) und Zahn eingespritzt. Die Bezeichnung „Intraligamentäre Anästhesie“ leitet sich davon ab, dass „intraligamentär“ genau diesen Bereich, also die Verbindungsstrukturen zwischen Zahn und Alveolarknochen, bezeichnet. Insofern ist der Ort, an dem die Anästhesie gesetzt wird, hier für die Namensgebung verantwortlich. Man nennt diesen Bereich auch Desmodontalspalt oder Parodontalspalt. Indem das Anästhetikum genau in den Desmondontalspalt appliziert wird, wird der Einzelzahn sofort und komplett betäubt. Für die intraligamentäre Anästhesie gibt es spezielle Spritzen für die manuelle Applikation sowie mittlerweile auch ein elektronisch gesteuertes STA-System (single tooth anesthesia). Wichtig dabei ist, dass das Lokalanästhetikum tropfenweise und langsam abgegeben wird. So wird gewährleistet, dass es sich nicht im Desmodont ansammelt, sondern im Gewebe um den Zahn herum verteilt. 


 Vorteile der intraligamentären Anästhesie

Zu den Vorteilen dieser Form der Lokalanästhesie gehört, dass ihre Wirkung sofort eintritt und dass auch nur wenig Anästhetikum je Zahn verabreicht werden muss. Je nach Technik kann der Schmerz bei der Injektion selbst geringer sein, als bei anderen örtlichen Betäubungsverfahren. Risiken wie die Verletzung von Gefäßen oder Nerven, wie sie etwa bei der Leitungsanästhesie bestehen, entfallen bei der intraligamentären Anästhesie. Außerdem hat der Patient nach der Behandlung keine Einschränkungen beim Kauen oder Sprechen. Ein etwaiger Schmerz, der an der Injektionsstelle auftritt, lässt meist nach kurzer Zeit nach. 

Incisal

Incisal (auch inzisal) ist eine der zahlreichen Lage- und Richtungsbezeichnungen in der Mundhöhle. Der Begriff bezeichnet die Richtung zur Schneidekante der Front- und Eckzähne hin. Diese Richtungsbezeichnungen erleichtern im Praxisalltag die Kommunikation zwischen Zahnarzt und Helferin/ZFA/ZMF. Denn dadurch weiß jeder sofort, von welchem Bereich im Mund des Patienten gerade die Rede ist

Individuelle Löffel

Individuelle Löffel sind Abdrucklöffel, die vom Zahntechniker individuell für einen bestimmten Patienten gefertigt werden. Für die Herstellung eines individuellen Löffels ist ein Gipsmodell des Kiefers des Patienten nötig. Um dieses anfertigen zu können, muss vorher eine Abformung mit einem konfektionierten Löffel erfolgen. Diese dient dann als Basis für das Gipsmodell.

Den individuellen Löffel fertigt der Zahntechniker aus lichthärtendem Polymerisat beziehungsweise Kunststoff an. Dieses biokompatible Material lässt sich einfach verarbeiten, passt sich während der Herstellung gut an das Gipsmodell an und ist ausgehärtet fest genug, um der Zugkraft bei der Abformung standzuhalten.

Individuelle Löffel sind erforderlich bei Präzisionsabformungen, Implantatabformungen und Sammelabformungen. Auch wenn Patienten stark geneigte Zähne haben, kommen individuelle Löffel zum Einsatz um den Unterschnitt auszugleichen. 

Infiltrationsanästhesie

Die Infiltrationsanästhesie ist neben der Leitungsanästhesie eine Form der Lokalanästhesie. Das heißt es wird in einem örtlich begrenzten Bereich das Schmerzempfinden ausgeschaltet.


Wirkweise der Infiltrationsanästhesie

Im Oberkiefer ist die Verwendung der Infiltrationsanästhesie bei Betäubungen Standard. Dabei wird das Lokalanästhetikum mit einer Injektionskanüle direkt in das Gewebe im Operationsbeziehungsweise Behandlungsbereich injiziert – in der Regel also in die Schleimhaut um die Wurzelspitzen des zu behandelnden Zahnes. Wichtig dabei ist,dass jede Zahnwurzel mittels Infiltrationsanästhesie betäubt wird. Durch die sogenannte Diffusion verteilt sich das Anästhetikum im Gewebe. Es durchdringt die Knochenhaut und Kieferknochen und erreicht schließlich die relevanten Nervenenden und -bahnen. Auf diese Weise werden die Nervenenden blockiert und somit das Schmerzempfinden beim betroffenen Zahn sowie den beiden Nachbarzähnen ausgeschaltet. Häufig enthalten Lokalanästhetika, die bei der Infiltratiosnanästhesie verwendet werden, Vasokonstriktoren wie Adrenalin. Diese Stoffe verengen die Gefässe und sorgen so dafür, dass das Lokalanästhetikum weniger schnell abgebaut wird und damit länger wirkt.
 

 Infiltrationsanästhesie vs. Leitungsanästhesie

Eine Infiltrationsanästhesie kann nur zum Einsatz kommen, wenn die Spongiosa, das schwammartige Innengewebe des Knochen, durchlässig genug ist. Denn nur so kann das Lokalanästhetikum bis zur Wurzelspitze gelangen. Im Unterkiefer ist die Spongiosa besonders im Seitenzahnbereich sehr kompakt, was das Eindringen des Anästhetikums erschwert. Daher ist hier überwiegend die Leitungsanästhesie das Mittel der Wahl. 

Initialkaries

Als Initialkaries bezeichnet man eine kariöse Läsion im Anfangsstadium. Andere Namen dafür sind „Kreidefleck“, „White Spot“ oder Caries initialis acuta. In diesem frühen Stadium ist nur der Schmelz bestroffen, nicht das Dentin. Daher wird sie auch Schmelzläsion genannt. 


Wie Initialkaries erkennen?

Im Frühstadium einer Karies erkennt man weissliche Verfärbungen, die auf Entkalkung also Demineralisation des Schmelzes zurückzuführen sind. Manchmal verfärben sich diese Flecken auch durch Farbstoffe aus der Nahrung bräunlich.
Weitere Stadien der Karies sind übrigens:
• Caries superficialis: Hier betrifft die kariöse Läsion bereits das Dentin (Zahnbein)
• Caries profunda: Hier hat die Karies durch Schmelz und Dentin hindurch den nervnahen Bereich erreicht, die Pulpa ist aber noch intakt
• Caries penetrans: Die Karies betrifft Schmelz sowie Dentin und hat sich bis zur Pulpa ausgebreitet.
• Caries radicularis: Karies der Zahnwurzel

Um Initialkaries sicher von unterminierender Karies abzugrenzen, kommen Röntgenaufnahmen und insbesondere im Seitenzahnbereich die Bissflügelaufnahmen zum Einsatz. (Unterminierende Karies ist Karies, die sich unsichtbar unter der Schmelzoberfläche im Zahnbein ausbreitet, auch Caries occulta genannt.)


Wie Initialkaries behandeln?

In diesem ganz frühen Stadium ist kein Eingreifen des Zahnarztes erforderlich, denn die Initialkaries ist noch reversibel. Das heißt, sie kann in vielen Fällen völlig ausheilen, wenn Fluorid zur Remineralisation gegeben wird. Auch eine Ernährungsumstellung mit weniger Zucker – der im Mund zu Säuren umgewandelt wird – und generell weniger Säuren (zum Beispiel Säfte, Limonaden) kann hilfreich sein. Ebenfalls sollte auf eine gründliche Mundhygiene geachtet werden. Diese unterstützt nicht nur das Ausheilen der Initialkaries, sondern verhindert im Vorfeld deren Entstehung. 

Instrumentenaufbereitung

Nach einer zahnärztlichen Behandlung müssen alle Instrumentarien, die zum Einsatz kamen, RKIkonform aufbereitet werden – diesen Prozess nennt man Instrumentenaufbereitung. Sie soll sicherstellen, dass bei der nächsten Verwendung für Anwender, Patienten und Dritte keine Gesundheitsgefahr besteht. In der Medizinprodukte-Betreibervordnung ist geregelt, dass die Instrumentenaufbereitung nur von sachkundigen Personen und mit geeigneten validierten Verfahren durchzuführen ist. Eine Zahnarztpraxis muss zudem gewährleisten, dass eine sichere Instrumentenaufbereitung jederzeit reproduzierbar ist. Im Hygieneplan sowie praxisinternen Anweisungen muss das genaue Vorgehen festgelegt sein. 
 

 Schritte und Vorausetzungen der Instrumentenaufbereitung

Die RKI-konforme Instrumentenaufbereitung beinhaltet die folgende Schritte: Reinigung und Desinfektion, Verpackung, Sterilisation, Dokumentation und Freigabe der Instrumente.
Räumliche Voraussetzung für die Umsetzung dieser Schritte ist ein strukturierter Aufbereitungsraum, umgangssprachlich „Steri“ genannt. Er verfügt über eine räumlich und farbig markierte Trennung von unreinem und reinem Bereich. Rot kennzeichnet den unreinen Bereich, Grün den reinen Bereich. Beide Bereiche können über einen Farbverlauf an der Wand oder der Möbelzeile visuell markiert werden. Die einzelnen Geräte sollten entsprechend der Reihenfolge der Schritte im Hygienekreislauf angeordnet sein, sodass keine Vermischung beim Umgang mit reinem und unreinem Instrumentarium stattfinden kann. 

Instrumentendesinfektion

Die Instrumentendesinfektion dient dem Abtöten von Keimen wie beispielsweise Bakterien, Viren und Pilzen. Entsprechend finden hierbei Produkte mit bakteriziden, viruziden und fungiziden Eigenschaften Verwendung. Unterschieden wird bei der Instrumentendesinfektion zwischen der manuellen und der maschinellen Instrumentenaufbereitung.


Manuelle Instrumentenaufbereitung

Beim Verfahren der manuellen Instrumentendesinfektion werden die Instrumente im Anschluss an die Behandlung zunächst grob von Verunreinigungen befreit. Anschließend werden sie in eine mit Instrumentendesinfektionsmittel gefüllte Wanne gelegt. Im nächsten Schritt werden die Instrumente gereinigt, chemisch desinfiziert und zuletzt mit klarem Wasser abgespült. Es ist jedoch auch möglich die Desinfektion zum Beispiel mit einem Ultraschallreinigungsgerät  durchzuführen. Sobald die Instrumente getrocknet und ihre Sauberkeit überprüft worden ist, kann die maschinelle Instrumentenaufbereitung erfolgen.


Maschinelle Instrumentenaufbereitung

Für die maschinelle Aufbereitung von Instrumenten stehen sowohl thermische als auch chemothermische Verfahren zur Verfügung. Dabei kann leichter als bei der manuellen Desinfektion überprüft und sichergestellt werden, dass wichtige Parameter wie etwa Temperatur, Wasserdruck, Dosierung oder Einwirkzeit eingehalten werden. Bei der Verwendung maschineller Desinfektionssysteme wie zum Beispiel Autoklaven oder Thermodesinfektoren (RDG), wird Wasserdampf verwendet, der gegebenenfalls mit Chemikalien angereichert wird.
Nach erfolgter Instrumentendesinfektion können die Instrumente anschließend sterilisiert werden.

Instrumentenpflege

Der Begriff Instrumentenpflege bezeichnet die korrekte Wartung und Instandhaltung, sowie den korrekten Gebrauch von zahnmedizinischen Geräten und Instrumenten wie etwa Winkelstücken, Turbinen oder Scalern. Zusammen mit einer sorgfältigen Instrumentendesinfektion beziehungsweise Instrumentenaufbereitung ist die Instrumentenpflege die Voraussetzung für das langfristige, einwandfreie Funktionieren von medizinischen Instrumenten. Zur Instrumentenpflege gehört zum einen die Einhaltung von Hygienevorschriften und zum anderen die sachgemäße Wartung (zum Beispiel ölen oder schärfen) und Überprüfung der täglich verwendeten Instrumente. In der Regel ist es äußerst empfehlenswert, sich bei der Instrumentenpflege an den Herstellerangaben und Bedienungsanleitungen der jeweiligen Geräte zu orientieren.

Instrumententrays

Bei Instrumententrays handelt es sich um Boxen aus Metall beziehungsweise Edelstahl. Sie sind meist mit speziellen Halterungen versehen. Instrumententrays können für die Lagerung von Instrumenten eingesetzt werden. Bei der Dampfsterilisation werden sie als Behältnisse für die zu sterilisierenden Instrumente verwendet und können mit diesen zusammen im Sterilisationscontainer beziehungsweise Autoklav sterilisiert und aufbewahrt werden.

Interdentalbürsten

Bei einer Interdentalbürste handelt es sich um eine Zahnzwischenraumbürste, mit der im Rahmen der Mundhygiene die Zahnzwischenräume gereinigt werden können. 


Formen von Interdentalbürsten

Interdentalbürsten haben einen Kern aus Draht, Gummi oder Kunststoff, um den herum kleine Borsten angeordnet sind, sodass sie ein bisschen wie Mini-Flaschenbürsten aussehen. Die Borsten selbst können zylindrisch oder konisch – in der Form eines Tannenbaums – angeordnet sein. Je nach Modell haben sie einen integrierten kleinen Griff oder es gibt einen Griff, auf den das eigentliche Bürstchen in verschiedenen Größen aufgesteckt werden kann. Außerdem unterscheiden sie sich im Durchmesser. Je kleiner der Durchmesser, desto dünner der Drahtkern und desto besser sind sie auch für engere Zahnzwischenräume geeignet. Erhältlich sind auch Modelle, die ohne Draht und stattdessen komplett aus Gummi oder Kunststoff gefertigt sind.


Vorteile von Interdentalbürsten

Der Vorteil von Interdentalbürsten gegenüber Zahnseide ist, dass sie die gesamte Fläche des Zahnzwischenraums also auch Unebenheiten, Konkavitäten der Wurzel/des Zahns erreichen. Dies natürlich nur, wenn die Zahnzwischenräume weit genug sind, dass solch eine Bürste hindurchpasst. Bei größeren Lücken sind sie das Mittel der Wahl. 


Wie werden Interdentalbürsten angewendet?

Für die Reinigung wird eine Interdentalbürste gegen den leichten Widerstand in den Zahnzwischenraum eingeführt und dann drei- bis viermal hin- und herbewegt. Der festere Kern gewährleistet dabei eine gewisse Stabilität. Bei der Anwendung ist darauf zu achten, den richtigen Durchmesser zu wählen, damit Zahnfleisch und Zahnsubstanz nicht beschädigt werden, aber gleichzeitig die nötige Reinigungswirkung erzielt wird. Auf keinen Fall sollte die Anwendung schmerzhaft sein. Ist das der Fall, sollte ein dünneres Bürstchen gewählt werden. Je dünner der Kern des Bürstchens ist, desto schneller verbiegt es sich und wird dadurch unbrauchbar. Wenn das Zahnfleisch anfängt zu bluten, ist das kein Grund mit der Reinigung aufzuhören. Im Gegenteil, dann liegt eine Entzündung vor, die häufig durch die nicht entfernte Plaque im Zahnzwischenraum entstanden ist und begünstigt wird.

Bevor die Interdentalbürste in den nächsten Zahnzwischenraum eingeführt wird, sollte sie mit Wasser abgespült werden. Das minimiert das Risiko, Bakterien von einem Zahnzwischenraum zum anderen zu übertragen. Besteht eine Vorerkrankung wie Parodontose, ist das Benetzen mit einem desinfizierenden Mittel wie Chlorhexidin angezeigt. Interdentalbürsten zusammen mit Zahncreme mit hoher abrasiver Wirkung, sogenannten Whitening Zahnpasten zu benutzen, ist nicht ratsam. Dies könnte bei häufiger Anwendung den Zahnhals im interdentalen Raum schädigen.

Im Frontzahnbereich sollte eine Interdentalbürste vorsichtig verwendet werden. Sonst kann auf Dauer die Zahnfleischpapille Schaden nehmen und verschwinden, was die Rot-Weiß-Ästhetik stört. 


​Wann ist die Nutzung von Interdentalbürsten angezeigt?

Im Rahmen einer gründlichen Mundhygiene sollten auch die Zahnzwischenräume täglich gereinigt werden. Sofern diese weit genug sind, sind dafür Interdentalbürsten wegen ihrer besseren Reinigungswirkung Zahnseide vorzuziehen. Besonders wenn eine Parodontitiserkrankung vorliegt, ist die tägliche Entfernung der Plaque in den Interdentalräumen unabdingbar. Mit Interdentalbürsten lassen sich außerdem Zahnspangen und Implantate reinigen. 

Interdental

Interdental ist eine der zahlreichen Lage- und Richtungsbezeichnungen in der Mundhöhle. Der Begriff bezeichnet die Zahnzwischenräume beziehungsweise den Bereich zwischen den Zähnen. Diese Richtungsbezeichnungen erleichtern im Praxisalltag die Kommunikation zwischen Zahnarzt und Helferin/ZFA/ZMF. Denn dadurch weiß jeder sofort, von welchem Bereich im Mund des Patienten gerade die Rede ist.

J

Jodoform

Jodoform, auch Iodoform (englische Schreibung), ist eine chemische Substanz, die in der Zahnmedizin als Standardmittel für die Wunddesinfektion zum Einsatz kommt. Sie setzt sich aus drei Jodatomen mit substituiertem Methan zusammen. In wässrigen Lösungen – wie es im feuchten Milieu der Mundhöhle der Fall ist – gibt es in geringen Mengen Jod ab, das antiseptisch wirkt. Ferner trägt es dazu bei, Schmerzen zu mindern. Als Wundeinlage wird es mittels in Jodoform getränkter Gazestreifen eingebracht. Es wird auch als Füllpaste bei Milchzahnwurzelfüllungen verwendet. 

K

Kältespray

Kältespray ist eines der Mittel, mit denen der Behandler die sogenannte Vitalitätsprüfung durchführen kann. Die Vitalitätsprüfung wird auch Vitalitätsprobe oder Sensibilitätsprüfung genannt. Ziel ist es, festzustellen, ob die Zahnwurzel noch intakt und lebendig, entzündet oder durch ein mögliches Zahntrauma beschädigt oder abgestorben ist.

Um die Vitalitätsprüfung mittels Kältespray durchzuführen, wird es auf ein Wattepellet appliziert und dieses dann an den zu überprüfenden Zahn gehalten. In der Zahnhartsubstanz (sowohl im Schmelz als auch im Dentin) ist Wasser eingelagert, das den Kältereiz schnell ins Innere zur Pulpa  weiterleitet. Ist der Zahn vital, spürt der Patient den Kältereiz als ziehenden Schmerz. Bei einem toten (devitalen) Zahn würde es zu keinem Schmerzempfinden kommen, das bezeichnet man als Hyposensibilität. Tritt bei dieser Art der Vitalitätsprüfung ein übermäßig starker Schmerz auf, spricht man von Hypersensibilität. Diese deutet darauf hin, dass die Zahnpulpa erkrankt oder geschädigt ist und zum Beispiel eine Pulpitis vorliegt.

Erhältlich sind Kältesprays von unterschiedlichen Anbietern in diversen Geschmacksrichtungen.

Kapselmischer

Kapselmischer kommen dann zum Einsatz, wenn man Materialgemische aus Komponenten herstellen will, die in getrennten Kapseln vorabgefüllt wurden. Kapselmischer werden also immer dann verwendet, wenn in Kapseln abgefüllte dentalmedizinische Füllungsmaterialien für eine Behandlung miteinander verbunden werden müssen. 


Mischfrequenz von Kapselmischern

Die Mischfrequenz beträgt in der Regel 5.000 Schwingungen pro Minute. Dadurch wird ein korrektes, einheitliches Mischverhältnis erreicht, wodurch sich die gemischten Materialien optimal weiterverarbeiten lassen. Die Geräte verfügen zusätzlich über einen eingebauten Timer, über den die „Kapselrüttelzeit“ reguliert werden kann. Der hierbei eingestellte Zeitraum beträgt für gewöhnlich 10 bis 30 Sekunden und kann in der Regel innerhalb einer bestimmten Zeitspanne frei gewählt werden. Manchmal können auch individuelle Mischzeiten in die Geräte einprogrammiert werden.
 

Typen von Kapselmischern

Neben produkt- und kapselspezifischen Kapselmischern, die nicht für alle Kapseltypen einsetzbar sind, gibt es auch universal einsetzbare Geräte, die für eine große Bandbreite verschiedener Kapselprodukte geeignet sind.

Kariesdiagnostik

Kariesdiagnostik ist der zahnmedizinische Fachbegriff für die Feststellung einer Karieserkrankung an einem Zahn oder an mehreren Zähnen. Ziel ist die frühzeitige Erkennung von kariösen Läsionen. Um zu erkennen, ob ein Zahn von Kariesbefall betroffen ist, stehen Zahnärzten verschiedene, miteinander kombinierbare, Diagnostikmethoden offen.


Kariesdiagnostik mit Röntgenaufnahme

Seit Langem etabliert ist die Kariesdiagnostik mittels Röntgenaufnahme. Sie ist für viele Anwendungsbereiche ein essenzielles Hilfsmittel für das Diagnostizieren von Karieserkrankungen. Insbesondere gilt dies für Zahnwurzeln, Zahnzwischenräume und Zähne, die unterhalb des Zahnfleischs liegen, wie etwa Weisheitszähne oder die nachkommenden, bleibenden Zähne im Wechselgebiss. Eine der am weitesten verbreiteten Methoden innerhalb der Kariesdiagnostik ist die Bissflügel-Röntgenaufnahme. Hierdurch werden – bei geringer Strahlungsbelastung – sowohl die Kronen als auch Teile der Zahnwurzeln der Ober- und Unterkieferzähne sichtbar gemacht. Mit einem Zahnfilm ist es hingegen möglich, noch detailliertere Aufnahmen von einzelnen Zähnen und ihren Nachbarzähnen anzufertigen. Aufgrund seiner geringen Größe kann der Zahnfilm in direkter Nähe zu dem zu röntgenden Zahn gebracht werden.


Kariesdiagnostik mit Laserfluoreszenz

Zu den moderneren Verfahren der Kariesdiagnostik gehört die sogenannte Laserfluoreszenz. Diese Methode macht es sich zunutze, dass erkrankte und gesunde Zahnhartsubstanz jeweils eine unterschiedliche Fluoreszenz besitzen. Da Karies die Mineralisationsdichte der Zahnhartsubstanz verändert und der befallene Bereich nach Bestrahlung durch Licht fluoresziert, kann diese Veränderung durch Laserfluoreszenz-Diagnostik gemessen werden. Laserlicht (mit einer Wellenlänge von 650 Nanometern) wird dabei über ein Handstück an die zu untersuchende Stelle gebracht und die Fluoreszenz-Emission gemessen und akustisch dargestellt. Diese Methode besitzt mehrere Vorteile.


Vorteile der Diagnostik mit Laserfluoreszenz

  • Der Patient wird keiner Strahlenbelastung ausgesetzt.
  • Die Zahnhartsubstanz wird nicht beschädigt, die Gefahr des Schmelzeinbruchs wird minimiert.
  • Selbst feinste Läsionen werden angezeigt.
  • Es ist möglich, die verschiedenen Stadien der Karies mit hoher Genauigkeit zu erkennen und zu dokumentieren.

Nachteile der Diagnostik mit Laserfluoreszenz

Das beschriebene Verfahren ermöglicht Messungen bis zu 1 Millimeter Zahntiefe. Tiefere kariöse Läsionen können folglich nicht auf diese Weise gemessen werden, wodurch auch die genaue Ausbreitung der Karies in der Tiefe mit dieser Methode nicht nachvollzogen werden kann.


Kariesdiagnostik mit Licht

Eine weitere Methode zur Feststellung von Kariesbefall stellt die Durchleuchtung des zu untersuchenden Zahnes mit einer starken Lichtquelle dar. Hierbei kommt ein gebündelter Lichtstrahl zum Einsatz. Sinnvoll ist dieses Verfahren vor allem für die Untersuchung der approximalen Flächen der Zähne.

Karies profunda

Bei Karies profunda oder auch Caries profunda handelt es sich um eine Form der Dentinkaries, genauer gesagt, um einen tiefgehenden Kariesbefall, wobei die kariöse Läsion bis hinein in das pulpanahe Drittel des Dentins reicht. Ihm gehen die Initialkaries, die Schmelzkaries und die Dentinkaries voraus. Der kariöse Defekt führt bei der Caries profunda zu einem erweichten Dentin und einer starken Destabilisierung der Schmelz-Dentin-Matrix. Zudem sind in diesem Stadium große Teile des Zahnes betroffen.


Verlauf der Karies profunda

Wie schnell sich die Karies profunda entwickelt beziehungsweise der Krankheitsverlauf voranschreitet, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Erfolgt keine Therapie der kariösen Läsion, wird der Zahn im weiteren Verlauf der Erkrankung soweit zerstört, dass es zu einer bakteriellen Schädigung und letztlich einer Entzündung der Pulpa kommt, die auch als Pulpitis bezeichnet wird.


Therapie der Karies profunda

Die Behandlung einer Karies profunda, beginnt mit der Kariesexkavation. Im Anschluss erfolgt die Abdeckung des pulpanahen Dentinanteiles mit einem Medikament (zum Beispiel Kalziumhydroxid). Zuletzt wird der Zahn mithilfe einer randdichten Zahnfüllung restauriert.
Bei einer weit fortgeschrittenen Karies profunda ist eine solche Therapie jedoch nicht mehr möglich. Wenn bereits die Pulpa vom bakteriellen Befall betroffen ist und die Karies zur Eröffnung der Pulpahöhle geführt hat, spricht man von „Caries profunda complicata“. Diese ist für den Patienten oft mit extrem starken Schmerzen verbunden. Erfolgt weiterhin keine Behandlung, kann es zum Verlust des Zahns kommen.

Kauapparat

Als Kauapparat oder auch Kauorgan wird die Gesamtheit der anatomischen Strukturen bezeichnet, die für das Kauen verantwortlich sind. Er ist eingebettet in die Funktionssysteme des Kopf-HalsSchulter-Bereichs.
Zum Kauapparat gehören:
• Zähne,
• Ober- und Unterkiefer
• Kiefergelenke
• Kaumuskulatur

und im weiteren Sinne auch die Mundhöhle inklusive:
• Wangen
• Lippen
• Gaumen
• Mundboden
• Zunge

Zudem sind auch die im Kiefergelenk gelegenen Bänder von großer Bedeutung für den Kauapparat.


Aufgabe des Kauapparates

Zu den wichtigsten Aufgaben des Kauapparates gehören das Zerkleinern von fester Nahrung und die Durchmischung der zerkleinerten Nahrung mit Speichel. Dadurch entsteht ein Speisebrei, der heruntergeschluckt werden kann und über die Speiseröhre in den Gastrointestinaltrakt, speziell den Magen, gelangt. Durch die im Speichel enthaltenen Enzyme und andere Substanzen und durch die Zerkleinerung der Nahrung findet bereits in der Mundhöhle eine Vorverdauung statt. Der Kauapparat spielt dadurch also auch für den Verdauungsprozess eine wesentliche Rolle. 


Funktionen der Zähne bei der Nahrungszerkleinerung

Die Zerkleinerung der Nahrung durch das Gebiss wird durch verschieden geformte Zähne ermöglicht. Jeder Zahn / jede Zahngruppe übernimmt dabei unterschiedliche Aufgaben im Kauprozess. Die Schneidezähne übernehmen in erster Linie das Abtrennen und Abreißen der Nahrung. Die Seitenzähne besitzen hingegen okklusale Flächen mit höckerförmigen Strukturen, durch die sie eine Mahlfunktion erfüllen können.


Rolle der Kaumuskulatur

Damit die Zähne die Nahrung abreißen und mahlen können, ist ein gewisser Kraftaufwand von Nöten. Hierzu dient die Kaumuskulatur, die durch die Kontraktion ihrer einzelnen Muskelgruppen eine Kraft von bis zu 700 Newton pro Quadratzentimeter aufbringen kann. Umgerechnet entspricht dies circa 70 Kilogramm pro Quadratzentimeter. Diese Leistung macht die Kaumuskulatur und insbesondere den am Jochbogen entspringenden Musculus masseter, welcher etwa die Hälfte der Kauleistung erbringt, zum stärksten Muskel im menschlichen Körper.
Für die präzise Steuerung der Muskulatur sind die Kiefergelenke und die Bänder verantwortlich. Sie koordinieren die Kraftweiterleitung und damit das gezielte Zubeißen.

Kavität

Die Kavität ist ein Fachbegriff für einen Hohlraum beziehungsweise eine Höhlenbildung. Dies meint im dentalmedizinischen Zusammenhang eine durch Zahn-Karies entstandene Zahnhöhle, oder einfacher ausgedrückt ein „Loch“ im Zahn. Jedoch wird nicht nur das durch Kariesbefall hervorgerufene Loch, sondern auch der Hohlraum, der beim Entfernen der Karies durch den Zahnarzt entsteht, als „Kavität“ bezeichnet.


Kavitätenpräparation

Die Behandlung eines durch Karies geschädigten Zahns wird auch als Kavitätenpräparation bezeichnet. Dabei wird zunächst die kariöse Zahnhartsubstanz mechanisch aus dem Zahn entfernt (Präparation). Der so entstandene Hohlraum, also die Kavität, muss dann im nächsten Schritt für die Aufnahme einer Zahnfüllung vorbereitet werden. Die Füllung soll dabei die Widerstandsfähigkeit des Zahns erhöhen und die Wahrscheinlichkeit verringern, dass erneut Karies an der betroffenen Stelle auftritt. Zugleich soll dadurch die ursprüngliche Form des Zahns wiederhergestellt werden.


Kavitätenindex

Beim sogenannten Kavitätenindex handelt es sich um einen statistischen Messwert, der die Beurteilung der Kariesaktivität an einem Zahn oder mehreren Zähnen ermöglicht. Der Kavitätenindex wird danach berechnet, wie viele kariöse Kavitäten bezogen auf die Gesamtzahl der zu untersuchenden Zähne innerhalb eines bestimmten Zeitraums neu hinzugekommen sind.


Kavitätenklassen

Nach der Entfernung der kariösen Läsion wird die entstandene Kavität in eine der folgenden fünf typischen Lage- und Formklassen eingeteilt, was vor allem in der Füllungstherapie von praktischer Bedeutung ist, da anhand der Kavitätenklassen die passende Füllung bestimmt werden kann.

1. Klasse 1 Fissuren- und Foramen-caecum-Kavitäten
2. Klasse 2 Approximale Kavitäten an Prämolaren und Molaren
3. Klasse 3 Approximale Frontzahnkavitäten
4. Klasse 4 Approximale Frontzahnkavitäten mit Verlust der Schneidekantenecke
5. Klasse 5 Zahnhalskavitäten


Risiken einer Kavitätenpräparation

Nach der Behandlung kann es zu minimalen Lücken beziehungsweise Spalträumen zwischen der Zahnhartsubstanz und der Zahnfüllung kommen. In diesen Zwischenräumen können sich Bakterien sehr gut vermehren, wodurch im schlimmsten Fall eine Randkaries oder auch Sekundärkaries entstehen kann.

Keramikofen

Keramiköfen kommen vor allem im Bereich der Zahntechnik zum Einsatz. Ein Zahntechniker kann mit diesem Hilfsmittel einen hochqualitativen Verbund zwischen Keramik und Gerüst herstellen, der zugleich auch hohen ästhetischen Ansprüchen genügt. Von besonderer Bedeutung sind Keramiköfen für die Herstellung von Brücken, Kronen mit keramischer Verblendung oder auch bei monolithisch produziertem – also aus einem Stück bestehenden – Zahnersatz ohne Verblendung. Zudem lassen sich auch gepresste keramische Versorgungen mit solchen Öfen anfertigen. 


Funktionsweise von Keramiköfen

In verschiedenen sogenannten „Bränden“, also Brennvorgängen, wird die Keramik auf das jeweilige Gerüst gebrannt. Das Gerüst besteht dabei zumeist aus einer Legierung von Nichtedelmetallen (NEM), zum Beispiel aus Kobalt, Chrom und Molybdän oder aus einer Edelmetalllegierung (EM).

Die beim Brennvorgang erreichte Temperatur beträgt bis zu 1.300° Celsius. Moderne Keramiköfen passen sich jedoch dank entsprechender Software automatisch an das jeweilige Material und die Schichtstärke an. Um das Brennen unter Vakuumbedingungen zu ermöglichen, besitzen viele Keramiköfen darüber hinaus einen integrierten Kompressor.

Nach Beendigung des eigentlichen Brennvorgangs öffnet sich der Ofen nicht sofort komplett, sondern nur nach und nach. Das dient dazu ein langsames Abkühlen des zahntechnischen Stücks zu garantieren, um thermische Spannungen innerhalb des Verbundes und Beschädigungen an den keramischen Restaurationen zu vermeiden.

Keramische Schleifkörper

Keramische Schleifkörper, auch „Steinchen“ genannt, gehören zu den rotierenden Instrumentarien. Mit ihnen lassen sich Zähne, Composite oder keramische Materialien, aber auch Metalllegierungen bearbeiten. Im Vergleich zu anderen Instrumenten wie etwa Hartmetallbohrern, ermöglichen sie eine substanzschonendere Arbeitsweise, sind sehr vielseitig und vergleichsweise kostengünstig. Deswegen haben sie sich in vielen zahnärztlichen Praxen etabliert.

Durch verschiedene Körnungen wird eine abrasive Gestaltung und / oder eine glättende Vorbereitung ermöglicht. Keramische Schleifkörper sind in verschiedenen Ausführungen auf dem Markt. Hierzu zählen auch keramikgebundene Schleifkörper, die an einem rotierenden, metallischen Kern befestigt sind.


Arten von keramischen Schleifkörpern

Zu den wichtigsten Arten von keramischen Schleifkörpern gehören keramische Schleifer aus Siliziumkarbid und Arkansas-Schleifer aus Aluminiumoxid.


Keramische Schleifer aus Siliziumkarbid

Diese Instrumente sind auch als „Green fine stones“ bekannt und werden für die Bearbeitung von Edelmetallen und speziell zum Einschleifen von keramischen Werkstoffen eingesetzt.

 
Arkansas-Schleifer aus Aluminiumoxid

Dieser Typ wird vor allem zum Einschleifen und Formen von Zahnfüllungen, insbesondere Composite, verwendet. Arkansas-Schleifer sind relativ preiswert und dank ihrer weißen Farbe übertragen sie bei der Bearbeitung von Füllungen keine Verschmutzungen. Zudem sind sie relativ einfach formbar und daher vielseitig anwendbar.

Knochenaufbau

Der Knochenaufbau oder auch Augmentation beziehungsweise Knochenaugmentation gehört in den Bereich der Implantologie. Dabei findet eine Transplantation von Knochenmaterial statt. Diese Methode wird immer dann eingesetzt, wenn die im Kiefer vorhandene Knochensubstanz nicht genügt, um ein Zahnimplantat fest genug zu verankern. Grund für die ungenügende Knochensubstanz ist für gewöhnlich ein Knochenabbau durch fehlende Zähne oder Zahnerkrankungen. Falls keine Behandlung erfolgt, kann dieser Knochenabbau weiter voranschreiten.

Der Aufbau der Knochensubstanz erfolgt im Rahmen einer sogenannten Pre-Operation. Dadurch schafft der Behandler bessere Voraussetzungen für das spätere Einbringen und Einheilen des Implantats. Wichtig ist es, den Patienten im Vorfeld der Behandlung genau über seine Therapiemöglichkeiten aufzuklären und darüber, welche Materialien für den Aufbau der Knochensubstanz zur Auswahl stehen.


Herkunft des Knochenmaterials

Das Knochenmaterial, mit dem der Kieferknochen des Patienten wiederaufgebaut wird, kann aus verschiedenen Quellen stammen.


Knochensubstanz des Patienten

Häufig wird körpereigene Knochensubstanz (autogenes Material) des Patienten für den Knochenaufbau verwendet. Denkbar ist hierfür etwa eine Entnahme aus dem Kieferbereich, wie zum Beispiel dem Kinn, dem Oberkiefertuber oder der Wangenleiste. Aber auch weiter entfernte Körperbereiche, wie zum Beispiel die Rippen, der Beckenkamm oder die Schädelkalotte kommen als Quelle für das Knochenmaterial infrage. Eigenes Knochenmaterial wird für gewöhnlich vom Körper gut angenommen.


Fremde Knochensubstanz

Ebenfalls möglich ist die Verwendung von aufbereiteten menschlichen Fremdknochen (allogenes Material). Hier muss zunächst für den Patienten passendes Material ausgewählt werden. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass sie das Knochenwachstums anregt. Sie birgt allerdings auch Risiken wie zum Beispiel eine Immunreaktion oder dass Krankheiten übertragen werden. Besser verträglich, wenn auch nur selten verfügbar, ist das Material eines genetisch identischen Zwillings (isogenes Material).
 

Tierisches oder pflanzliches Material

Knochensubstanz auf Basis von tierischem oder pflanzlichem Gewebe (xenogenes Material) wird häufig eingesetzt, da dafür keine komplizierte Operation erforderlich ist. Zudem ist es sehr gut erforscht und im Einsatz verlässlich.


Künstliche Knochensubstanz

Überdies ist es auch möglich, künstliches Knochenmaterial (Alloplastisches Material) zu verwenden. Dafür sind zum Beispiel Materialien wie Hydroxylapatit, Kunstknochen oder Tricalciumphosphat geeignet. Künstliche Knochensubstanz regt den umliegenden Knochen nicht zum Wachstum an. Es dient jedoch als Gerüst, welches von Knochenzellen „unterwandert“ werden kann.

Erst wenn das verwendete Knochenaugment komplett im Kiefer eingeheilt ist, kann die eigentliche Implantat-OP erfolgen

Kofferdam

Der bereits seit 1864 in der Zahnmedizin eingesetzte Kofferdam ermöglicht es, auf einfache Weise einzelne Zähne oder Zahngruppen – durch die Unterbindung des Speichelzuflusses – vollständig trockenzulegen und aseptisch zu behandeln. Zudem dient der Kofferdam als Schutz vor Spülungen beziehungsweise säurehaltigen und anderweitig schädlichen chemischen Substanzen, da er den zu behandelnden Zahn zuverlässig vom restlichen Mundraum abschirmt. Durch die Isolation des Arbeits- beziehungsweise Behandlungsfeldes wird auch das Risiko einer Aspiration von Instrumentarien und Materialien (wie beispielsweise endodontische Instrumente, Bohrer, Wurzelkanalstifte, Wurzelkappen oder Provisorien) deutlich verringert


Einsatzgebiete

Der Kofferdam wird etwa in der Endodontie bei Wurzelkanalbehandlungen, aber auch bei der Füllungstherapie oder Keramik-Einlagefüllungen, sowie bei der Amalgam-Entfernung eingesetzt. Auch bei bestehenden Infektionsrisiken im Rahmen einer konservierenden Behandlung ist er das Mittel der Wahl. Im Falle von obstruktiven Lungenerkrankungen (wie beispielsweise Asthma) oder von Epilepsie sollte aber von einer Verwendung abgesehen werden. 


Aufbau des Kofferdams

Ein Kofferdamsystem setzt sich aus verschiedenen Komponenten, namentlich den Kofferdamklammern, dem Kofferdamgummi, Kofferdamhalter/-rahmen, sowie der Kofferdamlochzange zusammen.


Kofferdamklammern

Kofferdamklammern fixieren den Kofferdam an den betreffenden Zähnen. Es gibt sie in verschiedenen Formen, wodurch eine anatoforme Anpassung an den jeweiligen Zahn möglich ist. Die Kofferdamklammer sollte einen 4-Punkt-Kontakt am Zahn herstellen und unterhalb des Zahnäquators sitzen, ohne dabei die marginale Gingiva zu traumatisieren.


Kofferdamgummi

Den Kofferdamgummi gibt es in unterschiedlichen Größen, Stärken, Farben und Geschmacksrichtungen. Für Patienten mit Latexallergie sind latexfreie Alternativprodukte erhältlich.


Kofferdamhalter / Kofferdamrahmen

Der Kofferdamhalter oder auch Kofferdamrahmen besteht entweder aus Metall oder Kunststoff. Er dient dazu, den Kofferdamgummi aufzuspannen, um so ein freies und gut einsehbares Behandlungsfeld zu schaffen.


Kofferdamlochzange

Mit der Kofferdamlochzange wird ein Loch für den zu behandelnden Zahn und gegebenenfalls für dessen Nachbarzähne in den Kofferdamgummi gestanzt. Es ist wichtig, dass das Loch nicht zu groß ausfällt, da der Gummi sonst nicht dicht genug am Zahnhals anliegt.

Konditionierung

Konditionierung meint im zahnmedizinischen Kontext die Vorbereitung der Zahnhartsubstanz zum Beispiel für die Einlage von Füllungsmaterialien oder zahntechnisch hergestelltem Zahnersatz. Man unterscheidet verschiedene Arten der Konditionierung.


Schmelzkonditionierung

Mit der sogenannten Schmelzkonditionierung ist die Vorbereitung der Schmelzoberfläche gemeint. Vor allem bei der Fissurenversiegelung im Molarenbereich wird der Schmelz oberflächlich konditioniert, um danach den Fissurenversiegler aufzubringen. Durch die Vorbereitung des Schmelzes kann so ein Verbund zwischen Schmelz und Fissurenversiegelung erzeugt werden. Bei Bedarf kann auch das Dentin konditioniert werden. 


Antimikrobielle Konditionierung

Als antimikrobielle Konditionierung wird das Aufbringen eines Schutzlackes auf die Zähne bezeichnet. Dieser Schutzlack enthält Chlorhexidin, welches antibakteriell wirkt und somit kariesauslösende Bakterien abtötet. Hierdurch lässt sich der Zahn für einige Monate vor Kariesbefall schützen.
 

Konditionierung vor dem Bonding

Ein Bonding dient als Haftvermittler zwischen Zahn und Einlagematerial. In der Füllungstherapie wird vor dem Einbringen des Bondings die Zahnhartsubstanz erst mittels Ätzmittel und Primer konditioniert. Dann wird das Bonding eingebracht, um das Füllungsmaterial (Komposit) und die präparierte Kavität im Zahn (Schmelz und/oder Dentin) zu verbinden. Zu diesem Zweck wird es lichtgehärtet. Genau genommen besteht die Verbindung hier zwischen Primer-, Bonder- und Füllungsmaterial.


Konditionierung vor dem Zementieren

Mit dem Zementieren ist das Einsetzen von angefertigtem Zahnersatz beispielsweise Kronen oder Provisorien zur provisorischen oder definitiven Versorgung eines Zahnes/mehrerer Zähne (bei Brückenkonstruktionen) gemeint. Je nach Anwendung wird daher zwischen temporären und definitiven Zementen unterschieden. Nach entsprechender Konditionierung werden beispielsweise weiße Zirkonkronen, Keramikfüllungen aus Lithiumdisilikat-Keramik oder Feldspat-Keramik auf dem vorbehandelten natürlichen Zahn festzementiert. Bei den Zementen unterscheidet man übrigens Befestigungszemente, Füllungszemente und Unterfüllungszemente. Für das Zementieren selbst können neben zementbasierten Substanzen auch selbstadhäsive universale Composite verwendet werden. Auch dann wird der Vorgang als „Zementieren“ bezeichnet.

Kürettage

Als Standardtherapie bei der Parodontalbehandlung wird die Kürettage (von „Kürettieren“ = ausschaben) durchgeführt. Sie erfolgt mit einem speziell geformten löffelartigen Instrument oder mit Ultraschall. Die Kürettage dient dem Erhalt des Zahnhalteapparats und dadurch letztlich auch dem Zahnerhalt.


Durchführung einer Kürettage

Die Kürettage ist ein kleiner chirurgischer Eingriff, bei dem die Zahnfleischtasche mit verschiedenen Parodontalinstrumenten wie etwa der Kürette und mit Ultraschall gesäubert wird. Man unterscheidet zwischen einer geschlossenen und einer offenen Kürettage.


Geschlossene Kürettage

Ist die Parodontitis noch nicht weit fortgeschritten, kann eine geschlossene Kürettage durchgeführt werden. Die Säuberung des Zahns von Zahnstein, erkranktem Gewebe und Bakterienbelägen beziehungsweise Plaque, erfolgt sowohl oberhalb (supragingival) als auch unterhalb des Zahnfleischrandes (subgingival). Im letzteren Fall werden diese Verunreinigungen auch als „subgingivale Konkremente“ bezeichnet. Auch die in der Tasche liegende Zahnoberfläche wird im Rahmen der Behandlung geglättet und von Bakterien und Geweberesten befreit. Bei Bedarf werden Ultraschallinstrumente benutzt, die in ihrer Form dem Zahnfach angepasst sind.


Offene Kürettage

Sind die Zahnfleischtaschen bei einer Parodontitis bereits tiefer als fünf bis sechs Millimeter, ist eine geschlossene Kürettage nicht mehr ausreichend. In diesen Fällen muss die Methode der offenen Kürettage (auch Lappenoperation genannt) unter örtlicher Betäubung angewendet werden. Hierbei wird das Zahnfleisch an der zu behandelnden Stelle etwas abgelöst, um direkte Sicht auf die betroffene Zahnoberfläche zu ermöglichen. Die nun freiliegenden Bereiche werden gereinigt und von erkranktem Gewebe befreit. Nach erfolgter Reinigung wird das Zahnfleisch wieder an den Zahn angelegt, vernäht und damit geschlossen.