Die ästhetische Versorgung mit Veneers ist für viele Patient:innen ein Wendepunkt zu einem neuen, strahlenden Lächeln. Doch das perfekte Ergebnis hängt maßgeblich von einem Schritt ab: der adhäsiven Befestigung. Dieser Prozess ist anspruchsvoll, detailorientiert und entscheidet am Ende über Ästhetik, Haltbarkeit und Patientenzufriedenheit.
Prof. Dr. Paulo Monteiro – Experte für ästhetische Zahnheilkunde und international geschätzter Referent – erklärt Schritt für Schritt, wie du Veneers optimal vorbereiten, einprobieren und erfolgreich befestigen kannst.
Warum die Befestigung von Veneers so anspruchsvoll ist
Ve
neers sind extrem dünn, lichtdurchlässig und ästhetisch sensibel. Das bedeutet:
Jeder Fehler ist sichtbar.
Jede Kontamination beeinträchtigt die Haftkraft.
Das Zusammenspiel von Veneer, Zahn, Try-In-Paste und Befestigungskomposit bestimmt den finalen Farbton.
Ein klares, zuverlässiges Protokoll macht den Unterschied zwischen einem guten und einem exzellenten Ergebnis.
Das 7-Schritte-Protokoll nach Prof. Monteiro
Im Folgenden erkläre ich dir die sieben Schritte, die Prof. Dr. Paolo Monteiro für die ästhetische Versorgung mit Veneers beschreibt.
1. Mechanische Reinigung der Präparation
Nach dem Entfernen des Provisoriums müssen Zementreste und Beläge gründlich entfernt werden:
Reinigung mit Bimssteinpaste
Bürste für Wände und okklusale Bereiche
Schaumstoffpellet für marginale, gingivanahe Areale
Keine Natriumbicarbonat-Pulver! → beeinträchtigen die Haftung
2. Erste Einprobe – Passform und Kontakte prüfen
Setze die Veneers einzeln und in Kombination ein, um folgende Faktoren zu prüfen:
Passung
Approximalkontakte
Randschluss
Wichtig: Dry-Try zeigt nur die Passform, nicht den finalen Farbton. Verwende daher eine Try-In-Paste. Diese simulieren die tatsächliche Lichtoptik und helfen bei der Auswahl der passenden Kompositfarbe. Besonders bei dünnen Veneers (0,3–0,5 mm) wirkt die Farbe des Zements deutlich durch.
Passend dazu:
3M™ RelyX™ Veneer und
RelyX™ Universal inkl. Try-In-Pasten.
3. Trockenlegung & finale Einprobe
Vor der definitiven Befestigung:
Zähne spülen & trocknen
Kofferdam legen
Bei Bedarf Retraktionsfäden oder -pasten nutzen
Danach:
erneute Einprobe unter Kofferdam → sicherstellen, dass nichts stört (Klammern, Fäden, Gummi).
4. Vorbehandlung der Veneers
Das Vorgehen hängt vom Material ab:
Glaskeramik (z. B. Lithiumdisilikat):
Ätzbar → Ätzen mit Flusssäure
Gründliche Entfernung der Silizium-Fluorid-Salze durch Wasserspray
Silanisieren (z. B. über Scotchbond™ Universal Plus)
Zirkoniumoxid:
Sandstrahlen
Reinigung mit Alkohol oder Spezialreiniger
Silan ist nicht wirksam → MDP-haltiges Adhäsiv verwenden
Scotchbond™ Universal Plus ist für beide Materialien geeignet (dank integrierter Silan- und MDP-Komponenten).
5. Vorbehandlung der Präparation
Sandstrahlen von Kompositaufbauten und Dentin
Abspülen mit Wasser (15 Sekunden) und gründlich Trocknen
Auftragen von Scotchbond™ Universal Plus
20 Sekunden einreiben
gründlich ausblasen
nicht lichthärten!
Ziel: ein gleichmäßiger, glänzender Adhäsivfilm.
6. Auftragen des Befestigungskomposits & Einsetzen
Wahl des Materials:
Lichthärtend (RelyX™ Veneer): optimale Kontrolle, unbegrenzte Arbeitszeit
Auftragen:
Nicht die Menge ist entscheidend, sondern die gleichmäßige Beschichtung der Innenfläche → vermeidet Luftblasen oder Hohlräume.
Beim Einsetzen:
Beginne mit den mittleren Schneidezähnen
Überschüsse mit Schwamm und Zahnseide entfernen
Erst grob reinigen, dann aushärten
7. Lichthärtung & Finishing
Eine korrekte Polymerisation entscheidet über:
Randqualität
Farbstabilität
Haftkraft
Langlebigkeit
Empfohlen:
Elipar™ DeepCure-S LED aufgrund hoher Penetrationstiefe und Lichtleistung.
Protokoll:
Glyceringel auf die Ränder
Je 20 Sekunden bukkal & palatinal härten
Überschüsse mit Klinge entfernen
Politur mit Gummipolierern & Scheiben
Das Ergebnis: saubere Übergänge, natürliche Lichtreflexion und langfristige Ästhetik.
Die adhäsive Veneer-Befestigung ist ein komplexer, sensibler Prozess. Mit einem klaren Protokoll, sorgfältiger Oberflächenvorbereitung und hochwertigen Materialien wie
lassen sich reproduzierbar wunderschöne, langlebige Ergebnisse erzielen.
Veneers sind nicht nur Keramik – sie sind ein neues Lächeln. Und deine Patient:innen verdient Präzision in jedem Detail.
Mit herzlichem Dank an Prof. Dr. Paulo Monteiro