logo
Abformtechniken im Vergleich 1920x1080

C-Silikone vs. A-Silikone – welches Abformmaterial passt zu deinem Fall?

06.05.2026



Die Wahl des richtigen Abformmaterials beeinflusst unmittelbar die Präzision deiner prothetischen Versorgung, die Effizienz deiner Praxisabläufe sowie die Reproduzierbarkeit im Labor. In der modernen Zahnmedizin dominieren silikonbasierte Abformmaterialien, insbesondere kondensationsvernetzte C-Silikone und additionsvernetzte A-Silikone (Vinylpolysiloxane). Beide Systeme bieten hohe Elastizität, hohe Detailtreue und biologische Verträglichkeit. Ihre chemischen Vernetzungsmechanismen führen jedoch zu deutlich unterschiedlichen klinischen Eigenschaften.

Für dich als Praxisinhaber:in ist die Frage nicht mehr, ob Silikon, sondern welcher Silikon-Typ in deiner konkreten Indikation den größten Nutzen liefert. Dieser Leitfaden zeigt dir evidenzbasierte Kriterien, typische klinische Szenarien und wirtschaftliche Abwägungen für die Praxis.


Die Rolle moderner Silikon-Abformmaterialien in der restaurativen Zahnmedizin

Silikonbasierte Abformmaterialien gehören zu den präzisesten elastomeren Materialien in der Zahnmedizin. Sie ermöglichen detailgetreue Abformungen sowohl präparierter Zähne als auch von Weichgewebestrukturen und sind gegenüber Temperatur, Lösungsmitteln und Desinfektionsmitteln stabil.

Im klinischen Alltag konkurrieren mehrere Materialklassen:

  • Alginate – kostengünstig, aber dimensionsinstabil
  • Silikone – hoher Standard für prothetische Präzisionsabformungen

Innerhalb der Silikonklasse unterscheidet man zwei Vernetzungsmechanismen:

Diese chemische Differenz bestimmt Schrumpfung, Lagerfähigkeit, Hydrophilie und Präzision, also genau die Faktoren, die über den klinischen Erfolg entscheiden.


C-Silikone – kondensationsvernetzende Abformmaterialien

C-Silikone, auch als kondensationsvernetzende Silikone bezeichnet, zählen zu den klassischen elastomeren Werkstoffen der dentalen Abformtechnik. Die Vernetzung, also die Verbindung der Polymerketten, erfolgt durch eine Kondensationsreaktion, wobei Alkohol als Nebenprodukt entsteht.

Die Folge:

  • Volumenschrumpfung durch Alkoholverdunstung
  • eingeschränkte Dimensionsstabilität
  • Modellherstellung möglichst zeitnah

Typische Werte:

Vernetzungsreaktion

Kondensation

Nebenprodukt

Alkohol

Schrumpfung

ca. 0,8–1,2 %

Modellstabilität

begrenzt

Kosten

niedrig

Die Verdunstung des Reaktionsalkohols führt zu einer messbaren Änderung der Abformungsdimension. Daher empfiehlt sich eine schnelle Ausgussphase, idealerweise innerhalb weniger Stunden.

Trotz dieser Einschränkung bleiben C-Silikone klinisch relevant, insbesondere für Situationsabdrücke, Vorabformungen und einfache prothetische Indikationen.


A-Silikone – additionsvernetzende Silikone (Vinylpolysiloxane)

A-Silikone (additionvernetzende Silikone) sind heute der Goldstandard für Präzisionsabformungen. Die Vernetzung erfolgt über eine platinkatalysierte Additionsreaktion (eine chemische Reaktion, bei der zwei Moleküle zu einem größeren Molekül verbunden werden), bei der kein flüchtiges Nebenprodukt entsteht.

Typische Eigenschaften:

Vernetzungsreaktion

Polyaddition

Nebenprodukt

keines

Schrumpfung

0,05–0,2 %

Lagerfähigkeit

sehr hoch

Reproduzierbarkeit

ausgezeichnet

Durch die fehlende Nebenproduktbildung bleiben A-Silikone über Tage bis Wochen dimensionsstabil, wodurch Laborprozesse fleibler gestaltet werden können.

Moderne Formulierungen enthalten zudem hydrophile (wasseranziehende) Tenside (waschaktive Substanzen), die die ursprüngliche Hydrophobie (Wasserabstoßung) reduzieren und eine bessere Detailwiedergabe im feuchten Sulkus (Zahnfleischrand) ermöglichen.


Direkter Vergleich: C-Silikon vs. A-Silikon

Übersicht der wichtigsten Unterschiede

Vernetzungschemie

Kondensation

Addition

Nebenprodukt

Alkohol

keines

Dimensionsstabilität

mittel

sehr hoch

Schrumpfung

0,8–1,2 %

0,05–0,2 %

Lagerfähigkeit

begrenzt

praktisch unbegrenzt

Hydrophilie

moderat

modifizierbar

Kosten

günstiger

höher

Präzision

gut

sehr hoch

Praxisrelevante Quintessenz:

  • C-Silikon → ökonomisch für Routineabformungen
  • A-Silikon → Standard für Präzisionsprothetik




Wann C-Silikon sinnvoll ist

Trotz der technischen Vorteile von A-Silikonen haben C-Silikone weiterhin klare Einsatzbereiche.

Typische Indikationen

1. Situationsabformungen
Für diagnostische Modelle oder KFO-Planungen reicht die Genauigkeit meist aus.

2. Vorabformungen bei Doppelmischtechnik
Putty-Materialien auf C-Silikonbasis lassen sich gut anpassen und sind kosteneffizient.

3. Provisorische Versorgungen

4. Funktionsabformungen bei Totalprothesen

Viele Praxen nutzen C-Silikone gezielt dort, wo Effizienz wichtiger ist als höchste Präzision.

Praxisstrategie

C-Silikon ist besonders sinnvoll, wenn:

  • Modelle sofort ausgegossen werden
  • die Fehleranfälligkeit gering ist
  • hohe Präzision nicht kritisch ist

Wann A-Silikon die bessere Wahl ist

In anspruchsvollen restaurativen Situationen sind A-Silikone meist alternativlos.

Typische Indikationen

Präzisionsabformungen für Kronen und Brücken

Der minimale Schrumpf ermöglicht eine exakte Passung der Restauration.

Implantatprothetik

Implantatgetragene Konstruktionen tolerieren keine Abweichungen.

Mehrgliedrige Brücken

Je größer die Spannweite, desto wichtiger wird die dimensionsstabile Abformung, also die Fähigkeit eines Abdruckmaterials, seine Form nach der Abnahme vom Werkstück unverändert beizubehalten.

Digitale Hybridworkflows

Viele CAD/CAM-Workflows nutzen Scanmodelle aus VPS-Abformungen.


Klinische Faktoren bei der Materialwahl

1. Feuchtigkeitskontrolle

Silikone sind grundsätzlich hydrophob. Moderne A-Silikone enthalten jedoch surfaktantbasierte Zusätze, die die Benetzbarkeit erhöhen.

Wenn du häufig mit:

  • tiefen Präparationsgrenzen
  • sulkulärer Blutung
  • eingeschränkter Trockenlegung

arbeitest, bieten modifizierte A-Silikone klare Vorteile.


2. Zeitmanagement der Praxis

Ein unterschätzter Faktor ist der Workflow zwischen Praxis und Labor.

sofortiger Modellguss

C-Silikon ausreichend

verzögerter Labortransport

A-Silikon

internationale Labore

A-Silikon

Die hohe Dimensionsstabilität von A-Silikonen ermöglicht eine flexible Laborlogistik.


3. Reproduzierbarkeit der Ergebnisse

A-Silikone sind weniger anfällig für:

  • Mischfehler
  • Volumenschwankungen
  • Lagerfehler

Damit sinkt die Fehlerquote bei komplexen prothetischen Arbeiten.


Wirtschaftlichkeit: Materialkosten vs. Behandlungskosten

Auf den ersten Blick sind A-Silikone teurer als C-Silikone.

Doch für Praxisinhaber:innen zählt der Gesamtkostenfaktor.

Materialpreis

niedrig bis moderat

Wiederholungsabformungen

hoch

Laborremakes

sehr hoch

Behandlungszeit

kritisch

Viele Studien zeigen:

Fehlervermeidung ist wirtschaftlich relevanter als die Materialkosten.

Ein misslungener Abdruck kann schnell mehrere hundert Euro an Folgekosten verursachen.


Technische Parameter moderner Abformmaterialien

Viskositätsklassen

Sowohl C- als auch A-Silikone sind in mehreren Konsistenzen verfügbar:

  • Putty
  • Heavy Body
  • Medium Body
  • Light Body

Typische Kombinationen:

Doppelmischtechnik

Putty + Light Body

Einphasenabformung

Monophase

Implantatabformung

Heavy + Light


Normen und Qualitätsstandards

Dentalabformmaterialien unterliegen mehreren technischen Normen:

DIN EN ISO 4823

Diese Norm definiert u. a.:

  • Elastizitätsmodul
  • Detailwiedergabe
  • Dimensionsstabilität
  • Reißfestigkeit

Für Praxisinhaber:innen bedeutet das:
Nur ISO-konforme Materialien sollten eingesetzt werden.

Nach der Betrachtung technischer und gesetzlicher Rahmenbedingungen lohnt sich ein Ausblick auf aktuelle Trends in der Abformtechnik:

Die klassische Abformung bleibt trotz intraoraler Scanner weiterhin relevant.

Drei Trends dominieren aktuell:

1. Hydrophile A-Silikone
Verbesserte Detailwiedergabe bei Blutkontamination.

2. Automix-Kartuschensysteme
Reduktion von Mischfehlern.

3. Hybrid-Workflow analog + digital
Analoge Abformung → Modellscan → CAD/CAM.


Entscheidungscheckliste für die Praxis

Nutze diese schnelle Entscheidungshilfe:

C-Silikon wählen, wenn:

  • Situationsabdruck
  • Vorabformung
  • einfache Prothetik
  • Kostenfokus

A-Silikon wählen, wenn:

  • Implantate
  • Kronen/Brücken
  • hohe Präzision
  • verzögerter Modellguss
  • digitaler Workflow

Fazit: Welches Abformmaterial ist das Beste?

Es gibt kein pauschal bestes Abformmaterial für Zahnärzt:innen.

Die Realität der modernen Praxis zeigt:

  • C-Silikone bleiben ein wirtschaftliches Routineinstrument.
  • A-Silikone erfüllen laut der Norm DIN EN ISO 4823:2025 die spezifizierten Anforderungen an hochwertige elastomere Abformmaterialien, weshalb sie weiterhin der klinische Standard für präzise restaurative Versorgungen sind. Für prothetische Arbeiten, bei denen maximale Passgenauigkeit erforderlich ist, empfiehlt die Norm die Verwendung von A-Silikonen.

Eine kluge Praxisstrategie nutzt beide Systeme je nach Indikation und Wirtschaftlichkeit.




FAQ – C-Silikon vs. A-Silikon

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen C- und A-Silikonen?

Der entscheidende Unterschied liegt in der chemischen Vernetzung.
C-Silikone härten durch eine Kondensationsreaktion aus und setzen dabei Alkohol frei. Dadurch entsteht eine Volumenveränderung. A-Silikone vernetzen durch eine Additionsreaktion ohne Nebenprodukte und bleiben daher deutlich dimensionsstabiler.


Warum gelten A-Silikone als präziser?

A-Silikone zeigen eine Schrumpfung von nur etwa 0,05–0,2 %, während C-Silikone einen Volumenverlust von rund 0,8–1,2 % aufweisen. Diese Differenz kann bei Kronen- oder Implantatabformungen entscheidend sein.


Können C-Silikone heute noch sinnvoll eingesetzt werden?

Ja. C-Silikone eignen sich weiterhin für:

  • Situationsabdrücke
  • Vorabformungen
  • provisorische Versorgungen

Wenn das Modell unmittelbar ausgegossen wird, ist die Präzision meist ausreichend.


Sind A-Silikone hydrophil?

Ursprünglich sind Silikone hydrophob. Moderne A-Silikone enthalten jedoch hydrophile Additive, die eine bessere Benetzung der Zahnoberfläche ermöglichen.


Welches Abformmaterial eignet sich für Implantatabformungen?

Für Implantatabformungen empfehlen viele Leitlinien A-Silikone oder Polyether, da sie eine deutlich höhere Dimensionsstabilität und Detailtreue bieten.


Kann man A-Silikonabformungen lagern?

Ja. Laut DIN EN ISO 4823 bleiben A-Silikone über längere Zeit stabil und können mehrere Tage bis zu Wochen gelagert werden, ohne dass wesentliche Dimensionsänderungen auftreten.


Welches Abformmaterial ist wirtschaftlicher?

Kurzfristig sind C-Silikone günstiger. Langfristig können A-Silikone wirtschaftlicher sein, da sie Remakes und Wiederholungsabformungen reduzieren.





minilu empfiehlt

https://cdn.vanderven.de/publicshop-prod/media/9f/94/a5/1731523563/35095.JPG?ts=1731523563
product/infoIcon/hazard/ghs_002_o.svg
product/infoIcon/hazard/ghs_005_o.svg
UVP189,00 €
135,31 €
zzgl. MwSt. &
Versand
Lieferzeit 1-2 Tage
+3 Varianten
Zhermack
https://cdn.vanderven.de/publicshop-prod/media/17/4e/11/1731527195/C200791.JPG?ts=1731527195
UVP44,86 €
33,15 €
zzgl. MwSt. &
Versand
Lieferzeit 1-2 Tage
+3 Varianten
https://cdn.vanderven.de/publicshop-prod/media/0e/0a/19/1731534889/79138.JPG?ts=1731534889
product/infoIcon/hazard/ghs_002_o.svg
product/infoIcon/hazard/ghs_007_o.svg
product/infoIcon/hazard/ghs_009_o.svg
UVP8,00 €
5,74 €
zzgl. MwSt. &
Versand
Lieferzeit 1-2 Tage
https://cdn.vanderven.de/publicshop-prod/media/dd/da/73/1731529787/35041.JPG?ts=1731529787
UVP28,20 €
19,53 €
zzgl. MwSt. &
Versand
Lieferzeit 1-2 Tage

Meine Empfehlung

Themen Newsletter Bleaching
Bleaching, Zahnaufhellung, Zahnmedizin, Patientenzufriedenheit, Ästhetische Zahnaufhellung

Bleaching in der Zahnarztpraxis

Bleaching ist aus der modernen ästhetischen Zahnmedizin nicht mehr wegzudenken. Professionelle Zahnaufhellungen ermöglichen sichtbare Ergebnisse in kurzer Zeit und tragen maßgeblich zur Patientenzufriedenheit bei.

Kostenloser Versand ab 100,- €

24-Stunden-Lieferung

45.000 Dentalartikel

Einfache Retoure

22.000 zufriedene Kunden

logo

Allgemein

Hilfe / Services

Hilfreiche Links

Topkategorien

Topmarken

Der minilu Dentalshop richtet sich ausschließlich an Unternehmer, und auch nur an Zahnarztpraxen, zahntechnische Labore und unsere Handelspartner. Es ist kein Verkauf an Verbraucher bzw. Privatpersonen möglich.

Folge minilu

minilu gba winner 2026 logo